Investitionen geplant

E.ON setzt auf Erneuerbare und CO2-freie Stromerzeugung

E.ON will bis 2010 sechs Milliarden Euro in Erneuerbare investieren und bis zum Jahr 2030 seine Erzeugungskapazitäten an erneuerbaren Energie auf einen Anteil von 24 Prozent ausbauen. Darüber hinaus setzt das Unternehmen - trotz Atomausstieg in Deutschland - weiter auf Kernenergie sowie auf CO2-freie Kohlekraftwerke.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Madrid (red) - Die Energieerzeugung muss klimafreundlicher werden, „wenn wir den Klimawandel in den Griff kriegen wollen“, erläutert E.ON-Chef Wulf Bernotat anlässlich einer Präsentation der neuen Market Unit Climate & Renewables in Madrid. Gerade kapitalstarke internationale Unternehmen wie E.ON könnten Erneuerbaren Energien zum Durchbruch verhelfen und Projekte im industriellen Maßstab planen und realisieren, so Bernotat. Deshalb habe E.ON die Investitionen für Erneuerbare Energien bis 2010 auf rund 6 Milliarden Euro verdoppelt.

Mit Blick auf das EU-Ziel bis 2020 einen Anteil von 25 bis 30 Prozent des Strombedarfs regenerativ zu erzeugen, erinnert der E.ON-Chef, dass „wir 70–75 Prozent aus nicht-regenerativen Quellen gewinnen müssen.“ Daher würden wir noch auf Jahrzehnte „einen ausgewogenen Energiemix brauchen, bei dem Kernkraft, Kohle und Gas eine wichtige Rolle spielen.“

Nach Angaben des Unternehmens verfüge E.ON nun über eine Leistung von rund 7.300 MW an erneuerbaren Energien, was einem Anteil von 12 Prozent an der gesamten installierten Leistung von 60 GW entspreche. Bis 2015 solle die Kapazität auf mindestens 16.000 MW, bis 2030 auf 24.000 MW ausgebaut werden. Der Umsatz mit den Erneuerbaren dürfte im Jahr 2020 ein Volumen von 200 Milliarden Euro überschreiten. E.ON sehe derzeit jährliche Wachstumsraten von über 15 Prozent bei Wind, über 12 Prozent bei Bioerdgas und über 20 Prozent bei Solartechnik. Dabei gehe der Trend weg von kleineren hin zu Projekten industrieller Größenordnung.

Atomenergie und CO2-freie Kohlekraftwerke

Laut Bernotat will das Unternehmen seine spezifischen CO2-Emissionen bis 2030 um mindestens 50 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Dazu müssen 50 Prozent des Stroms CO2-frei erzeugt werden, wozu soll neben den Erneuerbaren mit einem Anteil von 24 Prozent auch die Kernenergie mit 19 Prozent beitragen soll. Zudem setzt das Unternehmen auf die sogenannte CO2-freie Kohleverstromung. Falls die CO2-Abscheidung technologisch und ökonomisch reif ist, sollte ab 2020 kein Kohlekraftwerk mehr ohne CO2-Abtrennung gebaut werden.

Insgesamt werde dieser Energiemix neben dem Klimaschutz auch entscheidend dazu beitragen, dass Energie bezahlbar bleibt und die Versorgung sicherer wird, das heißt unabhängiger insbesondere von fossilen Ressourcen und damit von Energieimporten. Man müsse die „drei Ziele der Energieversorgung, nämlich Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit im Auge behalten und konsequent verfolgen“, so Bernotat abschließen.