Wirtschaftskrise

E.ON schraubt Investitionen zurück und senkt Prognose

E.ON schaltet angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise zurück. Das Unternehmen will in den Jahren 2009 bis 2011 weniger investieren als geplant, kündigte Vorstandschef Wulf Bernotat am Dienstag in Düsseldorf bei Vorlage der Bilanz an. Darüber hinaus korrigierte E.ON seine mittelfristige Gewinnprognose für 2010 leicht nach unten.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Mit 30 Milliarden Euro fallen die Investitionen in den Neubau von Kohle- und Gaskraftwerken sowie die Modernisierung des Stromnetzes in den nächsten drei Jahren um 6 Milliarden Euro niedriger aus als geplant. Auch von weiteren Zukäufen nimmt E.ON vorerst Abstand: "Nach unseren zahlreichen Akquisitionen geht es jetzt darum, die neu erworbenen Aktivitäten in den Konzern zu integrieren und den Schwerpunkt zunächst auf organisches Wachstum zu legen", sagte Bernotat. Größe allein sei "kein Selbstzweck".

Mittelfristige Prognose nach unten korrigiert

Unter anderem mit einem Sparprogramm will E.ON in diesem Jahr gegen die Krise ansteuern, von der nach Einschätzung Bernotats niemand vorhersehen könne, wann die Talsohle erreicht sei. Gleichwohl gehöre die Energiebranche zu den stabilsten Sparten und sei weniger konjunkturanfällig. Doch auch an E.ON gehe die Krise nicht spurlos vorüber. So rechnet der Konzern für 2010 jetzt noch mit einem bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 11,0 Milliarden statt der ursprünglich geplanten 12,4 Milliarden Euro.

Dennoch sieht sich E.ON auch in der Krise weiter gut aufgestellt: "Wir haben eine gute strategische Plattform für weiteres internationales Wachstum, insbesondere in europäischen Märkten und in neuen Geschäftsfeldern wie den erneuerbaren Energien", betonte Bernotat. Bis 2015 will E.ON seine Stromerzeugung aus Windkraft auf 10 Gigawatt vervierfachen. Bei Windparks auf dem Meer sei E.ON schon jetzt weltweit führend. Erneuerbare Energien seien von den Investitionskürzungen ausgenommen.

Doch nach Einschätzung Bernotats bleiben Kohle und Kernkraft auch langfristig das Rückgrat der Energieerzeugung. Auch wenn kein realistisches Energieszenario ohne Energie aus Wind, Wasser und Sonne denkbar sei, bleibe die Welt auf absehbare Zeit auf konventionelle Energiequellen angewiesen. E.ON werde deshalb bei den Kohlekraftwerken die Abtrennung und Speicherung des Klimagases Kohlendioxid vorantreiben. Der Ausstieg aus der Kernkraft in Deutschland müsse unterdessen überdacht werden, nachdem auch ehemalige Ausstiegsländer wie Schweden ihre Haltung geändert hätten.

Keine Entspannung bei Strompreisen

Auf eine Prognose der Energiepreisentwicklung für die Verbraucher wollte sich E.ON nicht festlegen. Bisher hat der Konzern im Zuge der gefallenen Ölpreise die Gaspreise zweimal gesenkt. Bei den Strompreisen würden derzeit keine größeren Änderungen erwartet.

Im Vorjahr konnte E.ON den Umsatz gegenüber 2007 um 26 Prozent auf 86,8 Milliarden Euro steigern. Das Ebit legte um 7,3 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro zu und soll in diesem Jahr stabil bleiben. Seinen Aktionären will E.ON für 2008 eine um 9,5 Prozent auf 1,50 je Namensaktie erhöhte Dividende zahlen.