Quartalszahlen

E.ON schimpft auf deutsche Regulierung

Die Quartalszahlen von E.ON sahen besser aus als von vielen erwartet. Trotzdem war E.ON-Chef Wulf Bernotat unzufrieden, denn die Auslandsergebnisse waren deutlich besser als die aus Deuschland - wegen der zu scharfen Regulierung, wie Bernotat meint.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Die Düsseldorfer E.ON AG hat im ersten Quartal dieses Jahres vor allem dank guter Ergebnisse im Ausland mehr verdient als von Beobachtern erwartet. Wie Deutschlands größter Energiekonzern am Mittwoch mitteilte, legte der bereinigte Überschuss um 33 Prozent auf 1,97 Milliarden Euro zu. Der Umsatz lag mit einem Plus von 6 Prozent auf 21,1 Milliarden Euro dagegen leicht unter den Prognosen. Der Kurs der im Leitindex DAX notierten E.ON-Aktie legte bis zum Nachmittag um knapp ein Prozent auf 112,00 Euro zu.

Das Ergebnis sei vor allem von deutlichen Verbesserungen im britischen Energiegeschäft getrieben worden, hieß es. Für das Gesamtjahr werde ein weiterer Anstieg des Konzernüberschusses um bis zu zehn Prozent erwartet.

Laut Finanzvorstand Marcus Schenck wird das diesjährige Ergebnis weiter von der Netzregulierung in Deutschland belastet. Allein im ersten Quartal habe sich hier ein negativer Effekt von 160 Millionen Euro ergeben. Im Gesamtjahr werde die Netzregulierung wohl einen Ergebniseffekt von 450 Millionen bis 500 Millionen Euro haben.

Auf das Erstquartalsergebnis drückten E.ON zufolge niedrigere Erlöse aus dem Stromhandel und gestiegene Strombezugskosten, höhere Aufwendungen aus der Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien und regulierungsbedingt niedrigere Netzerlöse. Beim Gas habe der milde Winter in Mitteleuropa zu einem deutlichen Absatz- und Ergebnisrückgang geführt.

Der E.ON-Vorstandsvorsitzende Wulf Bernotat betonte, die Ergebnissteigerung des ersten Quartals sei "zum ganz überwiegenden Teil im Ausland erwirtschaftet" worden. In Deutschland wirkten sich hingegen "immer stärker politische und regulatorische Belastungen aus". Dieser Entwicklung werde E.ON mit einem weiteren Ausbau seiner europäischen Position und verstärkten Maßnahmen zur Effizienzsteigerung begegnen. Strompreisanhebungen seien nicht geplant.

Bernotat verwies zugleich darauf, dass E.ON beim geplanten weiteren Ausbau des Auslandsgeschäfts nicht nur Russland, sondern weiterhin auch die Länder Spanien, Frankreich und Italien im Blick habe. E.ON suche hier weiter nach Übernahmezielen. Man müsse sich allerdings "nach den Möglichkeiten des Marktes" richten. Genaueres zur künftigen Strategie werde E.ON am 31. Mai bekannt geben, sagte Bernotat.

Beim Versuch der Übernahme des spanischen Energiekonzerns Endesa war E.ON Anfang April nach einjährigem Bieterkampf gescheitert. Mit der Übernahme wollte E.ON zum weltweit größten Energiekonzern aufsteigen. Der Versuch kostete das Unternehmen nach eigenen Angaben 300 Millionen Euro.