Vertragsschluss

E.ON, RWE, ThyssenKrupp übertragen RAG-Anteile an Kohlestiftung

Beim geplanten Börsengang des Essener RAG-Konzerns ist eine weitere Etappe erreicht. Wie es am Dienstag in Essen hieß, übertrugen die drei Konzerne E.ON, RWE und ThyssenKrupp wie vereinbart ihre Anteile an der RAG AG an die neue Kohlestiftung. Der symbolische Kaufpreis betrage jeweils ein Euro.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Der am Dienstag geschlossene Vertrag steht noch unter dem Vorbehalt, dass verschiedene Gremien und die Kartellbehörde ihm zustimmen. In einer gemeinsamen Stellungnahme verwiesen die Unternehmen noch einmal darauf, dass der Wert der RAG-Beteiligung durch ein Gutachten der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young detailliert bewertet wurde. "Danach haben die Beteiligungen keinen positiven Wert", erklärten die drei Konzerne, die zusammen insgesamt 90 Prozent der RAG-Aktien halten.

Im Gegenzug zur Abgabe wird der Haftungsverbund der RAG-Aktionäre für mögliche Altlasten des deutschen Steinkohlebergbaus aufgelöst. Die neue RAG-Stiftung soll nun zum einen die Industriebereiche der RAG an die Börse bringen und zum anderen das geplante Auslaufen des deutschen Bergbaus organisieren.

Nach Angaben der drei Aktionäre wird die Übertragung der Aktienpakete an die Stiftung voraussichtlich zum 30. November vollzogen werden. Damit die nun geschlossenen Verträge gültig werden, muss vorher unter anderem noch das Steinkohlefinanzierungsgesetz in Kraft treten. Der Gesetzentwurf steht heute im Bundeskabinett zum Beschluss.

Der Vorstandsvorsitzende der RAG-Stiftung, Wilhelm Bonse-Geuking, zeigte sich zuversichtlich, dass das parlamentarische Verfahren nach der Verabschiedung des Gesetzes durch die Bundesregierung zügig abgeschlossen werden kann. Er bekräftigte zugleich noch einmal den für 2008 geplanten Börsengang.

Ein RAG-Sprecher bestätigte auf Anfrage unterdessen, dass der vierte RAG-Aktionär, der Stahlkonzern Arcelor Mittal, seine Anteile noch nicht auf die Stiftung übertragen hat. Es sei aber davon auszugehen, dass dies "sehr zügig" geschehe, sagte er. Arcelor Mittal habe sich im März bereits unwiderruflich hierzu verpflichtet.