Reaktion auf Wettbewerb

E.ON Ruhrgas strukturiert Gasnetz- und Speichergeschäft um

Deutschlands größter Gasversorgungskonzern, E.ON Ruhrgas, will sein Gasnetz- und Speichergeschäft neu strukturieren. Künftig werde verstärkt in die Bereiche eigene Gasproduktion und Flüssigerdgas investiert, kündigte der Vorstandsvorsitzende Bernhard Reutersberg heute an.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp/sm) - Insgesamt seien von 2008 bis 2010 Investitionen in Höhe von sechs Milliarden Euro vorgesehen. Es gebe "völlig neue Spielregeln des Wettbewerbs". Das gelte bei der internationalen Gasbeschaffung, der Vermarktung an Großkunden sowie bei dem Betrieb eines Leitungsnetzes mit Gasspeichern.

Nach Angaben von Reutersberg sind zudem interne Umstrukturierungen geplant. So sollen alle Speicheraktivitäten europaweit in der neuen Tochter E.ON Gas Storage gebündelt werden. Das inländische Gasnetz werde zum 31. August vollständig auf die Konzerngesellschaft E.ON Gastransport übertragen.

Gaspreise werden steigen

Reutersberg bekräftigte in diesem Zusammenhang noch einmal, dass die Gaspreise des Unternehmens weiter angehoben werden. Man beobachte die Ölpreis-Entwicklung mit Sorge, aber Ruhrgas könne sich von ihr nicht abkoppeln, sagte er. Die Ruhrgas-Beschaffungskosten seien bereits stärker und schneller gestiegen als die Verkaufspreise an die Kunden. Auch an den Gasbörsen seien zurzeit starke Preisausschläge nach oben zu beobachten. Zum Ausmaß der Erhöhungen äußerte sich Reutersberg nicht. Laut "Bild"-Informationen werden die Preise zum 1. Juli um mindestens 20 Prozent erhöht.

Nach Angaben von Reutersberg verhandelt Ruhrgas beim Gaseinkauf mittlerweile auch mit Ländern wie Äquatorialguinea oder Nigeria sowie dem Nahen Osten. Allerdings gebe es dabei zunehmend auch Konkurrenz durch Länder wie China und Indien. "Der Abschluss langfristiger Verträge wird immer schwieriger", betonte der Vorstandschef. Im vergangenen Jahr bezog der Konzern sein Erdgas zu 26 Prozent aus Russland, zu 25 Prozent aus Norwegen und zu 18 Prozent aus inländischer Förderung. Es sei weiter Ziel, langfristig mindestens 10 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr aus eigener Produktion zu beziehen. 2007 betrug die eigene Förderung noch 795 Millionen Kubikmeter.