Missbrauchsentscheidung

E.ON Ruhrgas muss feste Gas-Transportkapazitäten anbieten

Die Bundesnetzagentur hat die E.ON Ruhrgas Transport AG & Co. KG heute dazu verpflichtet, der EnBW Trading GmbH feste Transportkapazitäten zur Verfügung zu stellen. In dem Missbrauchsverfahrens ging es um den Transport von Gasmengen aus dem vergangenen Gas Release-Programm.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (red) - Die Durchführung eines solchen Gas Release-Programms war - als Teil der Ministererlaubnis - E.ON Ruhrgas im Jahr 2002 vom Wirtschaftsministerium auferlegt worden. Bestandteil der Auflage war auch die Verpflichtung zum Transport des versteigerten Gases, die EnBW hatte sich jedoch erfolglos um feste Transportkapazitäten bemüht. Stattdessen habe E.ON Ruhrgas lediglich unterbrechbare Kapazitäten zugesagt, hieß es heute in Bonn. Im letzten Winter wurden die Transporte der EnBW Trading dann sogar mehrfach unterbrochen.

Die Bundesnetzagentur bezeichnete das Verhalten von E.ON Ruhrgas als diskriminierend und damit missbräuchlich, es könne weder formal noch in der Sache gerechtfertigt werden, hieß es. E.ON Ruhrgas verkenne, dass die mit der Ministererlaubnis gewollte Wettbewerbsbelebung nur erreichbar sei, wenn feste Transportmöglichkeiten für die versteigerten Gasmengen bereitstehen, führte die Agentur aus. Soweit Kapazitätsbuchungen aus der E.ON Ruhrgas-Gruppe dem entgegenstünden, seien sie im Sinne der Ministererlaubnis nachrangig zu behandeln und müssten zurücktreten.

Die nächste Auktion des Gas-Release-Programms von E.ON Ruhrgas findet am 17. Mai statt. Nach dem Rechtsverständnis der heutigen Entscheidung, die allerdings noch gerichtlich überprüft werden kann, muss E.ON Ruhrgas allen Erwerbern von Release-Mengen feste Transportkapazitäten anbieten, soweit sie dies wünschen.