Entscheidungskriterien greifen zu kurz

E.ON/Ruhrgas: Ministererlaubnis für Übernahme beantragt

Das Bundeskartellamt hat am Wochenende der E.ON AG untersagt, die Gelsenberg AG, die eine Minderheitsbeteiligung an Ruhrgas hält, zu übernehmen. Jetzt will der Energieversorger vom Wirtschaftsminister eine Erlaubnis.

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Die Düsseldorfer E.ON AG will beim Bundeswirtschaftsminister eine Ministererlaubnis für die geplante Mehrheitsübernahme der Ruhrgas AG, Essen, beantragen. Das Bundeskartellamt hat E.ON am Wochenende mitgeteilt, dass es den Erwerb der Gelsenberg AG, die eine Minderheitsbeteiligung von 25,5 Prozent an Ruhrgas hält, untersagt. Daher geht E.ON davon aus, dass die Behörde auch die im November 2001 angemeldete Übernahme der Bergemann GmbH, die zu einer Mehrheit an Ruhrgas führen würde, nicht freigeben wird.

Aus E.ON-Sicht greifen die Entscheidungskriterien des Kartellamts zu kurz. Der Entscheidung liege in erster Linie eine regionale Markt- und Wettbewerbsbetrachtung zugrunde. Dabei bleibe außer acht, dass die Liberalisierung bereits zu starkem Wettbewerb im deutschen und europäischen Gasmarkt geführt habe, kritisierte E.ON die Wettbewerbshüter. Darüber hinaus würden bedeutende gesamtwirtschaftliche und energiepolitische Argumente für einen Zusammenschluss von Ruhrgas und E.ON sprechen. Dieser Schritt stärke nachhaltig die Position von Ruhrgas im europäischen Wettbewerb, ist sich E.ON sicher. Er trage maßgeblich zur langfristigen Sicherung der deutschen Erdgasversorgung und zum Erhalt von Arbeitsplätzen in der deutschen Gaswirtschaft bei.