Bilanz

E.ON Ruhrgas erzielt Absatzrekord - Weiterer Preisrückgang erwartet

Der Gasversorger E.ON Ruhrgas hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Absatzrekord erzielt. Mit rund 710 Milliarden Kilowattstunden Erdgas sei der Wert des Vorjahres um drei Prozent übertroffen worden, sagte der Vorstandsvorsitzende von E.ON Ruhrgas, Burckhard Bergmann, gestern in Essen.

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Essen (ddp.djn/sm) - Der Zuwachs resultiere vor allem aus einem um 19 Prozent auf 160 Milliarden Kilowattstunden gestiegenen Auslandsabsatz. In Deutschland habe der Absatz mit rund 550 Milliarden Kilowattstunden etwa ein Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen.

Wegen des Absatzrekords und der erstmaligen Einbeziehung ausländischer Beteiligungsgesellschaften konnte das E.ON-Tochterunternehmen seinen Umsatz um 39 Prozent auf etwa 25 Milliarden Euro steigern. Das Vorsteuerergebnis stieg um 0,6 Milliarden und lag bei 2,1 Milliarden Euro.

Nach Angaben von Bergmann sind in den kommenden Monaten weiter sinkende Erdgaspreise zu erwarten. So seien die Lieferpreise an die Weiterverteiler bereits zum 1. Januar und zum 1. April 2007 gesenkt worden. "Wir gehen davon aus, dass dieser Trend aufgrund der zwischenzeitlich gesunkenen Ölpreise bis Juli anhält", erklärte der E.ON-Ruhrgas-Chef.

Deshalb sei im Juli eine weitere Preissenkung zu erwarten. Konkrete Zahlen nannte er mit Verweis auf die Wettbewerber nicht. Wegen des milden Winters hatte E.ON Ruhrgas im ersten Quartal 2007 allerdings einen Absatzrückgang von rund 20 Prozent zu verzeichnen. Man sei jedoch zuversichtlich, dass dieser Rückgang im Laufe des Jahres zumindest teilweise kompensiert werden könne, unterstrich Bergmann.

2006 hat E.ON Ruhrgas den Angaben zufolge rund 880 Millionen Euro in Beteiligungen, Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände investiert. Dazu gehörte nach Angaben von Bergmann vor allem der vollständige Erwerb des Gashandels- und Speichergeschäfts der ungarischen MOL. Bis 2009 will das Essener Unternehmen weitere 4,7 Milliarden Euro in die Gasförderung, die Versorgungssicherheit und den Ausbau des Netzes in Europa investieren.

Zu den Aktivitäten gehört auch die Zusammenarbeit mit dem russischen Energiekonzern Gazprom, mit dem eine Lieferung von rund 400 Milliarden Kubikmeter Erdgas vereinbart wurde. Auch die Beteiligung an dem russischen Gasfeld Juschno Russkoje wird vorangetrieben.

Zugleich wies der E.ON-Ruhrgas-Chef die Vermutung zurück, dass es bei den Verhandlungen mit der russischen Seite "Sonderprobleme" gebe. Zudem sollen die Beteiligungen an Gasfeldern in der Nordsee ausgeweitet werden. Überdies ist vorgesehen, den Import von verflüssigtem Erdgas zu intensivieren und unter anderem Terminals in Wilhelmshaven und der kroatischen Insel Krk auszubauen.

Die Pläne der EU, bis 2020 die Treibhausemissionen um 20 Prozent zu reduzieren, werden nach Ansicht von Bergmann dazu führen, dass Erdgas in Zukunft seinen Stellenwert als Energieträger ausbaut. E.ON Ruhrgas treibe deshalb die Entwicklung von Bioerdgas aus Biogas voran.