Übernahmepoker

E.ON reicht weitere Klage im Streit um Endesa ein

Im Übernahmestreit um Endesa hat E.ON erneut Klage eingereicht, und zwar gegen die spanische Börsenaufsicht. Deren Beschluss zufolge soll es Enel und Acciona in sechs Monaten erlaubt sein, ein Angebot für Endesa einzureichen. Dagegen wendet sich E.ON.

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Madrid/Düsseldorf (ddp/sm) - Der Energiekonzern E.ON hat bei einem spanischen Gericht eine weitere Klage im Zusammenhang mit dem Übernahme-Streit um den spanischen Stromversorger Endesa eingereicht. Wie das Düsseldorfer DAX-Unternehmen am Donnerstag mitteilte, richtet sich die Klage gegen einen Beschluss der spanischen Börsenaufsicht CNMV, nach dem es Enel und Acciona in sechs Monaten erlaubt sein soll, ein Angebot für Endesa einzureichen. Die CNMV hat bereits das Vorgehen von Enel und Acciona als rechtswidrig eingestuft. E.ON vertrete daher die Auffassung, dass die Untersagung eines möglichen Angebots nicht zeitlich befristet sein dürfe, hieß es.

Der Düsseldorfer E.ON-Konzern bietet derzeit 40 Euro pro Endesa-Aktie und damit insgesamt 42,3 Milliarden Euro. Die beiden Endesa-Großaktionäre Enel und Acciona, die zusammen rund 46 Prozent halten, haben ein Gegenangebot von mindestens 41 Euro je Aktie angekündigt. Die spanische Börsenaufsicht will dieses Angebot in den kommenden sechs Monaten allerdings nicht zulassen, da eine Frist für Gegenangebote zur E.ON-Offerte zuvor bereits verstrichen war. E.ON hatte daher bereits eine Reihe von Klagen gegen Enel und Acciona angekündigt.

Am Mittwochabend war die spanische Börsenaufsicht zu dem Entschluss gekommen, dass Endesa-Aktionäre, die ihre Aktien im Rahmen des E.ON-Übernahmeangebotes dem DAX-Konzern angedient haben, diesen Schritt wieder rückgängig machen und die Anteilsscheine behalten können. Hintergrund ist die nachträgliche Erhöhung der Offerte durch E.ON von 38,75 auf 40,00 Euro. Einem Pressebericht zufolge wollten zwei Hedgefonds die CNMV verklagen, weil sie ihre Aktien E.ON bereits zu 38,75 Euro verkauft hatten.