Angebote einreichen

E.ON rechnet in den nächsten Wochen mit Endesa-Übernahme

In wenigen Wochen könnte nach Ansicht des deutschen Energiekonzerns E.ON die angestrebte Übernahme des spanischen Energieversorgers Endesa abgeschlossen werden. Inzwischen wurde bekannt, dass die EU-Kommission Spanien wie angekündigt verklagen wird.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Düsseldorf (ddp/sm) - Der größte deutsche Energiekonzern E.ON erwartet einen Abschluss der angestrebten Übernahme des spanischen Versorgers Endesa in wenigen Wochen. Am 21. Februar jähre sich die Vorlage des E.ON-Angebots, sagte der Vorstandsvorsitzende Wulf Bernotat am Dienstag in Berlin. "Und ich hoffe, dass wir dann auch durch sind", fügte er hinzu. Bernotat räumte ein, dass der Übernahmeprozess eigentlich schon längst abgeschlossen sein sollte. Nun seien aber alle Hindernisse aus dem Weg geräumt.

In den vergangenen Wochen hatten spanische Gerichte zwei einstweilige Verfügungen aufgehoben, mit denen die beiden Gebote von E.ON und dem ebenfalls an einer Endesa-Übernahme interessierten spanischen Konzern Gas Natural bislang blockiert waren. Es wird erwartet, dass die spanische Börsenaufsicht CNMV voraussichtlich schon in den nächsten Tagen die Unternehmen zur Abgabe eines letzten und endgültigen Angebots auffordern wird. Diese Gebote müssen die beiden Konkurrenten dann innerhalb von fünf Tagen in einem geschlossenen Umschlag einreichen.

Die CNMV kann entscheiden, ob eines der Angebote oder beide Gebote den Aktionären vorgelegt wird. Die Anteilseigner haben dann voraussichtlich sechs Wochen Zeit für eine Entscheidung. Bislang liegen die beiden Angebote weit auseinander. Während die Düsseldorfer E.ON bereit ist, 36,5 Milliarden Euro für Endesa zu bezahlen, bietet Gas Natural bisher lediglich 24 Milliarden Euro.

Am Mittwoch gab die Europäische Kommission ihren Beschluss bekannt, Spanien vor dem Europäischen Gerichtshof zu verklagen. Die Kommission ist der Ansicht, dass einige Bestimmungen der spanischen Rechtsvorschriften, durch die die Befugnisse der spanischen Strom- und Gasregulierungsbehörde CNE (Comisión Nacional de Energía) ausgedehnt werden, den freien Kapitalverkehr und die Niederlassungsfreiheit in unzulässiger Weise einschränken und somit gegen den EU-Vertrag (Artikel 56 und 43) verstoßen. Die Kompetenzerweiterung erfolgte wenige Tage nach Bekanntwerden des Übernahmeangebots von E.ON an Endesa.

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