Zwischenbilanz

E.ON: Netzagentur-Entscheidungen kosten bislang 600 Millionen Euro

Die Bundesnetzagentur hat bei ihren bisherigen Entscheidungen zur Höhe der Netznutzungsentgelte im Strom- und Gasbereich bei Tochterunternehmen des größten deutschen Energiekonzerns E.ON Kosten von insgesamt gut 600 Millionen Euro nicht genehmigt.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp/sm) - Das gab die E.ON-Tochter E.ON Energie am Mittwoch in einer ersten Zwischenbilanz in München bekannt. Die beantragten Netznutzungsentgelte für Strom wurden im Durchschnitt durch die Behörde um gut 13 Prozent gekürzt, wie weiter mitgeteilt wurde. Bei Gas seien es durchschnittlich 10 bis 12 Prozent gewesen. Allerdings stehen im Gasbereich noch drei Entscheidungen der Netzagentur aus.

E.ON will nicht gegen die Bescheide klagen, wie der Konzern weiter erklärte. Der Vorstandsvorsitzende von E.ON Energie, Johannes Teyssen, sagte, trotz allem stehe man weiter zu den Investitionszusagen - auch für die Strom- und Gasnetze. Die Senkungen würden schnellstmöglichst an alle Kundengruppen weitergegeben.

E.ON Energie verwies zugleich darauf, dass in Bayern und Schleswig-Holstein bereits mit den zuständigen Wirtschaftsministerien eine Einigung für die Strompreise im kommenden Jahr gefunden wurde. Es werde in diesen beiden Bundesländern "stabile Nettopreise bis Mitte beziehungsweise Ende 2007" geben. Die beiden Regionalversorger E.ON Hanse und E.ON Bayern verzichteten damit auf die Weitergabe eines Teils der gestiegenen Beschaffungskosten.

Die Bundesnetzagentur prüft derzeit die Netznutzungsentgelte, die Betreiber von Strom- und Gasnetzen für die Nutzung ihrer Netze durch Strom- und Gasanbieter ohne eigene Netze verlangen. Die Bundesnetzagentur hält die Preise zum Teil für überhöht und verlangt entsprechende Senkungen, um mehr Wettbewerb und so günstigere Endverbraucherpreise zu ermöglichen. Beim Gas machen die Netznutzungsentgelte rund 20 Prozent des Endverbraucherpreises aus, beim Strom sind es sogar 30 bis 40 Prozent.

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