Beruhigung der Aktionäre

E.ON: Möglichkeiten für Endesa-Finanzierung

Zur Finanzierung seines deutlich aufgestockten Übernahmeangebots für den größten spanischen Stromkonzern Endesa sieht der deutsche Branchenführer E.ON nach den Worten seines Vorstandsvorsitzenden Wulf Bernotat mehrere Möglichkeiten. Er wandte sich damit gegen die Kritik von Börsenanlegern.

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Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - In Frage kämen neben zusätzlichen Schulden eine Kapitalerhöhung oder der Verkauf von Vermögenswerten, so Bernotat gestern in Düsseldorf. Die Entscheidung über die Finanzierung solle aber erst dann getroffen werden, wenn der Deal in trockenen Tüchern sei. Das könne bestenfalls noch in diesem Jahr der Fall sein.

An der Dividendenpolitik von E.ON werde die Erhöhung des Kaufangebots nichts ändern, unterstrich der Vorstandsvorsitzende. Das jüngste Gebot von E.ON bewertet den spanischen Versorger mit rund 37 Milliarden Euro und damit um etwa zehn Milliarden Euro Euro mehr als die vorherige Offerte. Auch die aufgestockte Offerte werde für die E.ON-Aktionäre "erheblichen Wert" schaffen, fügte Bernotat mit Blick auf kritische Stimmen aus dem Markt hinzu. An der Bewertung von Endesa durch E.ON habe sich nichts geändert.

Der spanische Wettbewerber Acciona, der sich in dieser Woche überraschend an Endesa beteiligt hat, bekundete nach Bernotats Worten Interesse an Gesprächen mit E.ON. Man werde prüfen, wie man darauf reagiere. Vom spanischen Industrieministerium erwartet Bernotat eine rasche Antwort auf die Anordnung der EU-Kommission, die E.ON auferlegten Bedingungen für die Endesa-Übernahme zurückzunehmen. Die Antwort müsse bis Anfang November erfolgen. Die E.ON-Aktie reagierte am Mittwoch auf die Erhöhung des Angebots mit einem Minus von 0,9 Prozent auf 93,16 Euro. Zu Börsenbeginn am Donnerstag notierten sie kaum verändert.

Wie das Handelsblatt inzwischen berichtet, hat sich Acciona Optionen zum Kauf weiterer 1,32 Prozent des spanischen Versorgers Endesa gesichert.

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