Prognose

E.ON: Milder Winter könnte zu geringeren Strom- und Gaspreisen führen

Der Energiekonzern E.ON erwartet wegen des bislang milden Winters einen vorübergehenden Rückgang der Strom- und Gaspreise. Die Ölpreise seien auf Grund der Witterung bereits gesunken, und die Strom-Großhandelspreise fielen deshalb ebenfalls, so Vorstandsvorsitzender Wulf Bernotat am Dienstag in Berlin.

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Berlin/Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Diese Preissenkungen kämen "über kurz oder lang auch beim Endkunden an". "Der Markt funktioniert - auch in anderer Richtung", sagte Bernotat. Auch die Gaspreise dürften wegen des niedrigeren Ölpreises wieder fallen. Dies zeige, dass auch die Ölpreisbindung "keine Einbahnstraße" sei. Nach Einschätzung Bernotats bleiben die internationalen Energiepreise dennoch für absehbare Zeit auf einem hohen Niveau. "Die Tage sicherer und billiger Energie in Europa sind vorbei", sagte er.

Bernotat verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Importabhängigkeit der europäischen Energieversorgung weiter zunehmen werde. Es sei deshalb die wichtigste Frage einer europäischen Energiestrategie, wie eine sichere Versorgung mit Energie aus außereuropäischen Quellen langfristig gewährleistet werden könne. "Dies ist die Basis für alles andere", betonte er.

Die globale Nachfrage nach Energie werde bis zum Jahr 2030 um gut die Hälfte zunehmen, prognostizierte der E.ON-Vorstandsvorsitzende. In Europa müssten deshalb Energiestrukturen aufgebaut werden, die externe Risiken abfedern könnten. Dazu seien erhebliche Investitionen in eine zuverlässige Energie-Infrastruktur nötig.

Auch seien stabile Partnerschaften mit den Lieferanten von großem Wert. Dies gelte gerade auch gegenüber Russland. Es helfe niemanden, Russland mit europäischen Vorstellungen von idealen Energiemärkten zu überfordern, warnte Bernotat. Vielmehr gelte es, die bestehenden unternehmerischen Kooperationen zu vertiefen - wie die zwischen E.ON mit Sitz in Düsseldorf und Gazprom.