Bilanz

E.ON legt Neun-Monats-Ergebnis vor [Upd.]

Der größte deutsche Energiekonzern E.ON hat seinen Umsatz und sein Ergebnis in den ersten neun Monaten weniger stark gesteigert als von Branchenkennern erwartet. Wie der Konzern mitteilte, erhöhte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf 6,1 Milliarden Euro.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Durch höhere Strom- und Gaspreise hat der größte deutsche Energiekonzern E.ON in den ersten neun Monaten dieses Jahres ein prozentual zweistelliges Umsatz- und Ergebniswachstum verzeichnet. Allerdings belastete unter anderem die staatliche Regulierung der Stromnetze die Zwischenbilanz deutlich stärker als erwartet, so dass die Zahlen hinter den Erwartungen von Marktbeobachtern zurückblieben. Der Konzern sprach am Mittwoch in Düsseldorf dennoch von einer erfreulichen Entwicklung und bekräftigte seine Prognosen. Die Aktie reagierte mit Abschlägen und gab 0,6 Prozent auf 93,38 Euro nach.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg den Angaben zufolge von Januar bis September gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf 6,1 Milliarden Euro. Analysten hatten allerdings durchschnittlich mit einem Plus von 12 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro gerechnet. Der Umsatz erhöhte sich um 25 Prozent auf 49,5 Milliarden Euro und blieb damit ebenfalls hinter den Schätzungen von Experten von durchschnittlich 49,9 Milliarden Euro zurück.

Doch vor allem der Nettoüberschuss in den ersten drei Quartalen, der wegen außerordentlich hoher Veräußerungsgewinne im Vorjahreszeitraum mit 2,63 Milliarden Euro um 59 Prozent unter dem Vorjahreswert lag, blieb deutlich hinter den Prognosen der Experten zurück. Sie hatten lediglich mit einem Minus von 46 Prozent auf 3,45 Milliarden Euro gerechnet. Wegen der Verkäufe der Immobilientochter Viterra und Ruhrgas Industries hatte E.ON 2005 einen außergewöhnlich hohen Überschuss verzeichnet.

Wegen der Senkung der überhöhten Netznutzungsentgelte durch die Bundesnetzagentur musste E.ON zudem im dritten Quartal Wertberichtigungen in Höhe von 547 Millionen Euro im Gasgeschäft vornehmen. Zudem seien Rückstellungen von 208 Millionen Euro als Vorsorge für weitere Regulierungsrisiken verbucht worden, hieß es.

Dennoch bestätigte der Konzern seine Prognosen. "Die erfreuliche Ergebnisentwicklung der ersten neun Monate zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, unsere Wachstumsziele zu erreichen", sagte der Vorstandsvorsitzende Wulf Bernotat. Für das Gesamtjahr erwarte E.ON weiter ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern über dem Vorjahresniveau. Der Konzernüberschuss werde allerdings auch auf Jahressicht hinter dem Vorjahr zurückbleiben.

Zuversichtlich zeigte sich Bernotat angesichts der erfolgreichen Beschwerde beim spanischen Industrieministerium für die angestrebte Übernahme des größten spanischen Stromversorgers Endesa. "Diese Entwicklung zeigt, dass es sich gelohnt hat, unsere Ziele konsequent zu verfolgen", sagte er. Man erwarte nun eine zügige Freigabe des Übernahmeangebots durch die spanische Börsenaufsicht. Das dortige Industrieministerium hatte Ende vergangener Woche die Auflagen für eine Übernahme erheblich entschärft. E.ON bietet derzeit 37 Milliarden Euro für Endesa und würde nach einer Fusion zum weltgrößten Strom- und Gaskonzern aufsteigen.

Inzischen wurde bekannt, das die spanische Sparkasse Caja Madrid sich möglicherweise von sechs Prozent ihres Anteils an Endesa trennen will. Nach einem Bericht der Zeitung "El Pais", die sich auf Kreise des Eon-Rivalen Acciona beruft, werde der Verkauf des Paketes an E.ON erwogen. Eine Sprecherin von Caja Madrid kommentierte die Meldung nicht.

Von Ralf Beunink

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