"Von Regierung geformt"

E.ON kritisiert Frankreich für Fusion von Gaz de France und Suez

E.ON-Chef Wulf Bernotat hat den von der französischen Regierung geplanten Zusammenschluss der Energieunternehmen Suez und Gaz de France (GdF) kritisiert, vor allem wegen dem politischen Einfluss bei der Fusion. Konkurrenz fürchtet der Düsseldorfer Energiekonzern aber nicht.

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Köln (ddp-nrw/sm) - Europa brauche starke Energieversorger, die mit Produzenten wie Gazprom auf Augenhöhe verhandeln könnten, sagte Bernotat am Dienstag in Köln. Dies müssten aber europäische Unternehmen sein. "Sie müssen im Markt entstehen und sich im offenen europäischen Wettbewerb behaupten, anstatt von Regierungen geformt zu werden."

Bernotat verwies auf Aussagen des französischen Premierministers Francois Fillon, der den Zusammenschluss mit der Sorge begründet hatte, dass sich andernfalls ausländische Konkurrenten in Frankreich hätten festsetzen können. Mit Edf und der neuen GdF/Suez will Frankreich nach Fillons Worten nun "den Energiemarkt in Europa umstrukturieren". Solche Aussagen könne aber vor allem die Europäische Kommission nicht unter der Rubrik "andere Länder, andere Sitten" abbuchen, kritisierte Bernotat auf einer Energiekonferenz.

Die mehrheitlich staatliche Gaz de France und die private französisch-belgische Suez wollen sich zum drittgrößten Energieversorger der Welt zusammenschließen. Der französische Staat bleibt mit 35 Prozent Hauptaktionär des neuen Konzerns mit 72 Milliarden Euro Umsatz, wie die Unternehmen in der vergangenen Woche bekannt gaben.

E.ON kritisiert nach den Worten von Bernotat den politischen Einfluss bei der Fusion, fühlt sich operativ aber nicht von dem neuen Konkurrenten beeinträchtigt. GdF/Suez operiere in anderen Märkten, sagte der Vorstandsvorsitzende. Es gebe relativ wenig Berührungspunkte mit dem Geschäft von E.ON.