Gerüchte

E.ON-Konzern soll offenbar radikal umgebaut werden

Der größte deutsche Energiekonzern E.ON soll nach "Spiegel"-Informationen radikal umgebaut werden. E.ON-Chef Johannes Teyssen wolle weite Bereiche des Düsseldorfer Konzerns umstrukturieren, renditeschwache Sektoren veräußern und Sektoren für Partnerschaften mit anderen Unternehmen öffnen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hamburg/Düsseldorf (dapd/red) - Das berichtet das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf die neue Konzernstrategie, die der Aufsichtsrat in den kommenden Tagen beraten wolle.

Ein E.ON-Sprecher sagte am Samstag auf dapd-Anfrage, das Kontrollgremium berate zu Wochenbeginn über die künftige Ausrichtung des Konzerns. Die neue Strategie solle dann am Mittwoch in Düsseldorf präsentiert werden. Zu Einzelheiten des Berichts wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Wie der "Spiegel" unter Berufung auf interne Planungen beim Stromanbieter weiter schreibt, will Teyssen sämtliche Konzernbereiche in den nächsten zwei bis drei Jahren auf den Prüfstand stellen. Dabei stünden alle Sektoren zur Disposition, die den Renditezielen des Managements nicht gerecht würden. Selbst Bereiche wie das Gasnetz, das in vielen Regionen flächendeckende Stromverteilnetz oder der E.ON-Vertrieb mit seinen rund 15 Millionen Kunden in Deutschland könnten von den Verkaufs- und Umstrukturierungsplänen betroffen sein.

Die milliardenschweren Verkaufserlöse will Teyssen laut Magazin zu Teilen in wachstumsstarken Märkten außerhalb Europas wie etwa in China oder Brasilien investieren. Mit einem weiteren Teil des Geldes sollten mögliche Rückgänge des Gewinns in den nächsten Jahren kompensiert werden.

In internen Berechnungen gehe der Stromanbieter davon aus, dass der Vorsteuergewinn nach einem noch positiv verlaufenden Geschäftsjahr 2010 ohne rigide Gegenmaßnahmen in den nächsten drei Jahren um bis zu 30 Prozent zurückgehen könnte, schreibt der "Spiegel". Damit wäre der geplante Schuldenabbau gefährdet und auch der Aktienkurs dürfte weiter abrutschen.