Einfluss auf Strompreise?

E.ON kauft Heizöl für Einsatz in Gaskraftwerken

Wegen der weiterhin eisigen Temperaturen bereitet sich der Energiekonzern E.ON auf mögliche Engpässe bei der Erdgasversorgung vor. Der Konzern kündigte am Montag an, seine Vorräte an leichtem Heizöl aufzustocken, um Gaskraftwerke bei Bedarf auch mit diesem Brennstoff betreiben zu können.

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Düsseldorf (ddp.djn/sm) - "Wir wollen auf Nummer sicher gehen", sagte ein Sprecher der Handelstochter E.ON Sales & Trading auf Anfrage. Im Moment gebe es für einen Umstieg von Gas auf Heizöl zwar noch keinen Bedarf. Aber die nächste Kältewelle sei schon angekündigt worden. Der Konzern rechne weiter mit einem ungewöhnlich strengen Winter.

E.ON bestätigte damit entsprechende Gerüchte, die an der Börse kursierten. Die Heizöl-Käufe starten nach Angaben des Sprechers noch in dieser Woche. Das Unternehmen werde die Vorräte Schritt für Schritt aufstocken. E.ON wolle sich bei den Kraftwerken "alle Optionen offen halten". Der Einsatz des gegenüber Erdgas teureren Heizöls könnte auch die Strompreise weiter nach oben treiben. "Wir schließen Preiseffekte nicht aus", sagte der Sprecher.

Bei den Kraftwerken geht es um insgesamt sechs Anlagen, die überwiegend zur Stromproduktion eingesetzt werden. Vier dieser Spitzenlastkraftwerke wurden schon für einen möglichen Einsatz von leichtem Heizöl getestet. Allerdings tragen bei der E.ON Energie AG die Gaskraftwerke lediglich drei Prozent zur Stromerzeugung des Konzerns bei. Die installierte Leistung von Gaskraftwerken liegt dabei mit gut 14 Prozent deutlich höher.