Mehr politische Unterstützung gefordert

E.ON: Höhere Baukosten gefährden Ostsee-Pipeline nicht

Die E.ON AG sieht den Bau der 1200 Kilometer langen Gas-Pipeline durch die Ostsee von Russland nach Deutschland durch die deutlich gestiegenen Kosten nicht gefährdet. Andere Transportwege für Erdgas nach Europa seien auch nicht billiger, sagte der Gasvorstand des Konzerns, Burckhard Bergmann.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp.djn/sm) - Bergmann forderte noch mal eine stärkere politische Unterstützung für das Projekt. Es sei kein deutsch-russisches Projekt, sondern ein europäisches.

E.ON ist zurzeit an der Nord Stream-Pipeline mit 24,5 Prozent beteiligt. Ursprünglich waren die Baukosten mit fünf Milliarden Euro beziffert worden. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Betreibergesellschaft Nord Stream AG, der deutsche Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), hatte im Dezember vergangenen Jahres jedoch bereits von acht Milliarden Euro gesprochen.

Geplant ist, dass der erste Erdgasstrang ab Sommer 2009 verlegt und 2010 in Probebetrieb genommen wird. Das erste Gas soll im Frühjahr 2010 nach Lubmin bei Greifswald fließen. Insgesamt sollen jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter sibirisches Erdgas nach Deutschland und Westeuropa gepumpt werden und damit rund ein Zehntel des europäischen Gasbedarfs decken.

Die Nord Stream AG wurde am 2. Dezember 2005 gegründet und ist mit Machbarkeitsanalysen sowie dem Bau der Ostsee-Pipeline beauftragt. Die russische Gazprom ist mit 51 Prozent, BASF und E.ON sind mit jeweils 24,5 Prozent an dem gemeinsamen Unternehmen beteiligt.