"Beinahe täglich"

E.ON hatte schon vor Übernahmeangebot Kontakt mit Endesa

Schon im Vorfeld des Übernahmeangebots hatte die Düsseldorfer E.ON Kontakt mit dem spanischen Energieversorger Endesa - und zwar häufig. Das geht aus Dokumenten von E.ON hervor, die die spanische Finanzaufsicht inzwischen veröffentlicht hat.

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Madrid (ddp/sm) - Der Düsseldorfer Energiekonzern hatte bereits vor der Ankündigung des Übernahmeangebots an Endesa zahlreiche Treffen und Telefongespräche mit Vertretern des spanischen Versorgers. Dies geht aus Unterlagen hervor, die E.ON bei der spanischen Börsenaufsicht eingereicht hat. Derzeit ermittelt ein Gericht in Spanien, ob Kontakte zwischen den beiden Versorgern im Vorfeld des Übernahmegebotes gegen das Unternehmensrecht verstoßen haben.

Aus den von der spanischen Finanzaufsicht veröffentlichten Dokumenten von E.ON geht hervor, dass Manager beider Unternehmen im Vorfeld des Gebotes "beinahe täglich" miteinander gesprochen haben. E.ON sei bereits im September 2005 an Endesa interessiert gewesen, dem Monat, als das spanische Unternehmen Gas Natural sein feindliches Übernahmegebot für Endesa vorgelegt hatte. E.ON hatte das eigene Gebot im Juli 2006 vorgelegt.

Das Gericht aus Barcelona prüft derzeit solche Kontakte, um der Beschwerde von Gas Natural nachzugehen, E.ON und Endesa hätten gegen das Unternehmensrecht verstoßen. Nach spanischem Recht dürfen bestimmte Informationen nicht ausgetauscht werden, wenn ein Unternehmen ein Übernahmeangebot erhalten hat.

E.ON und Endesa haben jedes Fehlverhalten bislang abgestritten. Der E.ON-CEO Wulf Bernotat sagte, ähnliche Vorwürfe seien bereits schon einmal von der spanischen Börsenaufsicht zurückgewiesen worden. Ein Endesa-Sprecher wiederholte nun, Kontakte zwischen Endesa und E.ON seien immer öffentlich gewesen.