Gaspreiserhöhungen

E.ON Hanse: Kartellamt widerspricht Kundenschreiben

Ein Kundenschreiben von E.ON Hanse sorgt derzeit für leichte Unruhe unter Verbrauchern, die die Zahlung erhöhter Gaspreise verweigert haben. Darin heißt es, das Kartellamt habe die Erhöhung als angemessen bestätigt. Die Bonner Behörde teilte daraufhin mit, dass sie keinerlei bestätigende Entscheidung getroffen habe.

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Quickborn/Bonn (red) - Seit Beginn des Jahres verschickt die E.ON Hanse AG Schreiben an Kunden, die nach Aufforderung von Verbraucherverbänden eine Erhöhung der Gaspreise wegen Unbilligkeit verweigern. Darin heißt es, "das Bundeskartellamt hat mit der Entscheidung vom 17. Dezember 2004 die Gaspreiserhöhung von E.ON Hanse zum 1. Oktober 2004 als angemessen bestätigt.".

Weiter heißt es in dem Schreiben, das auch dem strom magazin vorliegt, "wir sehen Ihren Widerspruch bzw. den Vorbehalt zu Ihren Zahlungen somit als gegenstandslos an und teilen Ihnen mit, dass unsere Forderungen weiterhin Bestand haben."

Da sich einige E.ON-Hanse-Kunden daraufhin besorgt beim Bund der Energieverbraucher (BdE) meldeten, fragte BdE-Chef Dr. Aribert Peters beim Bundeskartellamt nach. Recht zügig erhielt er eine klare Antwort von den Bonner Verbraucherschützern: "Ich bestätige, dass die 8. Beschlussabteilung keine Entscheidung erlassen hat, mit der die Gaspreiserhöhung von E.ON Hanse zum 1. Oktober 2004 als angemessen bestätigt wird", unterstützte Silke Hossenfelder die Auffassung des BdE.

Weiter schrieb sie: "Für E.ON Hanse gilt ähnlich wie für die übrigen drei im Anhang zur Pressserklärung genannten Unternehmen, gegen die kein förmliches Missbrauchsverfahren eingeleitet wird, dass eine in diesem Frühjahr beabsichtigte Preiserhöhung erheblich geringer ausfallen wird als zunächst angekündigt. Außerdem wird E.ON Hanse durch ein unabhängiges Gutachten eine Gegenübersteilung der tatsächlichen Bezugkostenerhöhungen und der tatsächlichen Erlöse aus den Preiserhöhungen (Arbeite- und Grundpreis) für den Zeitraum vom 1. Oktober 2004 bis zum 30. September 2005 erstellen lassen, und eine für den Tarifkunden im Rahmen der Endabrechnung 2005 transparente Rückerstattung derjenigen Mehreinnahmen durchführen, die nicht auf heizölbedingten Bezugspreiserhöhungen basieren."

Rechtsanwalt Thomas Fricke: "Die Verbraucher sollten sich zunächst nicht einschüchtern lassen. Wenn bei Stellung der Jahresendrechnung und einer eventuellen Klage herauskommt, dass die zuwenig bezahlten Beträge nachgezahlt werden müssen, ist das nur die Differenz zwischen altem und neuem Preis. Wer sicher gehen will, legt diese seperat an und kassiert dafür bis Ende des Jahres Zinsen."