Offenlegung

E.ON Hanse hält Gaspreiserhöhungen für gerechtfertigt

Mit Spannung erwarten Verbraucher und Energiebranche die für heute angekündigte Offenlegung der Gaspreis-Kalkulation durch E.ON Hanse. Unterdessen berichtet "Der Spiegel" von einem internen E.ON-Papier, das einige Zweifel an der korrekten Berechnung des Vorsteuergewinns aufkommen lässt.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Der regionale Gasversorger E.ON Hanse, der sich zurzeit vor Gericht wegen möglicherweise zu hoher Preise verantworten muss, hält die Preisaufschläge der Vergangenheit nach einem Medienbericht für gerechtfertig. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, ist das Unternehmen in einer internen Untersuchung zu dem Schluss gekommen, dass hohe Gasbezugskosten und Netzunterhaltskosten zu geringeren Erträgen geführt haben und deshalb die Tarife rechtmäßig erhöht wurden.

Nach den Berechnungen, die dem Magazin den Angaben nach vorliegen, hat das Unternehmen 2004 mit Privatkunden einen Vorsteuergewinn von 17,32 Millionen Euro erwirtschaftet. Im Jahr 2005 solle lediglich ein Vorsteuergewinn von 8,44 Millionen Euro anfallen. Das Landgericht Hamburg verhandelt zurzeit über eine Sammelklage von 52 Gaskunden. E.ON Hanse hatte seit dem vergangenen Herbst die Gaspreise drei Mal um zusammen 25 Prozent erhöht. Die Kalkulation soll heute veröffentlicht werden.

Wie das Magazin weiter schreibt, nähren die Untersuchungen des Versorgers zugleich Zweifel daran, dass die Berechnungen des Vorsteuergewinns richtig sind. Danach seien den Privatkunden Kosten im hohen zweistelligen Millionenbereich zugeordnet worden, die sie möglicherweise nicht zu tragen hätten. E.ON selbst bestreite die internen Berechnungen nicht. Nach Darstellung des Unternehmens habe es sich dabei jedoch um ein "Diskussionspapier" gehandelt.

Die Controlling-Abteilung sei aufgefordert worden, die damals vorliegende Kalkulation auf mögliche Einwände, auch unsinnige, zu untersuchen. Die anschließende Prüfung habe ergeben, dass einige Punkte gerechtfertigt waren. Diese habe man in die aktuelle Berechnung übernommen. Andere Anmerkungen hätten sich als falsch herausgestellt und seien deshalb nicht berücksichtigt worden.

Vor dem Landgericht Hamburg hatten aufgebrachte Kunden bereits gegen die letzte Preiserhöhung des Versorgungsunternehmens geklagt und einen Teilerfolg errungen. Das Gericht forderte E.ON auf, seine Preiskalkulation bis Mitte November offen zu legen. E.ON-Chef Wulf Bernotat kündigte daraufhin an, dass der Konzern künftig allen Haushaltskunden eine genaue Aufschlüsselung ihrer Rechnungen anbieten werde.