Vertragsklauseln unwirksam

E.ON Hanse: 29.000 Kunden können Geld zurückverlangen

Verbraucher, die einen Thermostromvertrag von E.ON Hanse unterschrieben haben, können zu viel gezahltes Geld zurück verlangen. Das Oberlandesgericht Schleswig nennt die Klauseln zur Preis- und Leistungsänderung "zu ungenau und intransparent".

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Hamburg (red) - Das Gericht wies die Berufung des Stromanbieters E.ON Hanse AG per Beschluss zurück. Die Haushaltskunden können die zu viel gezahlten Beträge jetzt zurückverlangen,, informiert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Da die Preisänderungsklauseln unwirksam sind, seien die Preiserhöhungen in den Jahren 2006 und 2007 ohne Rechtsgrund erfolgt. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein wird ein Formschreiben und weitere Informationen auf ihre Internetseite stellen, damit die Kunden zuviel gezahlte Beträge zurückfordern können.

E.ON Hanse habe 2005 versucht, seine Heizstromkunden zum Abschluss der neuen Verträge zu bewegen. Damals hätten etwa 7.000 Kunden die neuen Verträge nicht unterschrieben und wurden in den teuren allgemeinen Tarif eingestuft. Einige von diesen Verbrauchern hatten den Preiserhöhungen widersprochen und weiterhin ihren alten Preis gezahlt. Ihrer Meinung nach müsse E.ON Hanse beweisen, dass die Preiserhöhungen angemessen sind.

vzbv-Vorstand Gerd Billen sieht auch diese Kunden auf dem richtigen Weg: "Ein Anbieter, der Verbraucher in solch miese Verträge drängen will, wäre schlecht beraten, von diesen Kunden Nachzahlungen zu verlangen. Schließlich wollten sich diese gerade nicht auf die Klauseln einlassen, die das Gericht jetzt für unwirksam erklärt hat."