Übernahmekampf

E.ON hält trotz Enel-Einstieg an Angebot für Endesa fest

Das größte deutsche Energieunternehmen E.ON hält auch nach dem Einstieg des italienischen Enel-Konzerns bei Endesa an seiner Offerte für den spanischen Versorger fest. Enel hält derzeit zehn Prozent an dem spanischen Unternehmen und will den Anteil auf rund 25 Prozent aufstocken.

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Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - "E.ON führt auch nach dem bekannt gewordenen Aktienerwerb durch Enel das Übernahmeangebot für Endesa unverändert fort", teilte das Düsseldorfer Unternehmen mit. E.ON bietet derzeit 41 Milliarden Euro für Endesa. Enel hatte zuvor für rund 4,1 Milliarden Euro rund zehn Prozent an Endesa erworben und will eine Aufstockung auf knapp 25 Prozent prüfen, sollte der spanische Energieregulierer CNE dies genehmigen. Bei dem Kauf habe Enel keine Verbindung zu anderen Endesa-Aktionären gehabt, teilte der Konzern weiter mit. Die Transaktion sei eigenständig durchgeführt worden. Weitere Details wollten die Italiener nicht nennen.

De facto könnte die Transaktion das laufende Übernahmeangebot von E.ON vereiteln. Enel erwarb die Beteiligung kurz vor der außerordentlichen Endesa-Hauptversammlung am 20. März. Dort sollen die Aktionäre die satzungsgemäße Beschränkung des Stimmrechts eines Einzelaktionärs von zehn Prozent unabhängig von der Höhe seiner Kapitalbeteiligung aufheben. Die Beteiligung von Enel macht ein entsprechendes Votum eventuell unmöglich, wenn sich der italienische Konzern auf Seiten des größten Endesa-Aktionärs Acciona stellt, der 21 Prozent an Endesa hält und die Übernahme durch E.ON zu verhindern versucht.

Noch am Dienstag hatte der spanische Industrieminister Joan Clos gesagt, er rechne damit, dass spanische Anteilseigner bei Endesa die Kontrolle übernehmen und nicht E.ON. Eine "spanische Lösung" biete "mehr Möglichkeiten", die Kontrolle über den spanischen Stromversorger zu erlangen, als E.ON.