Preise steigen

E.ON gibt Zurückhaltung bei Strompreiserhöhungen auf

Unterschiedlichen Medienberichten zufolge haben verschiedene zum E.ON-Konzern gehörende Regionalversorger bei den zuständigen Landesbehörden Strompreiserhöhungen beantragt. Damit gibt E.ON seine bisherige Linie in Sachen Strompreise auf, bis zum Arbeitsbeginn der RegTP auf Erhöhungen zu verzichten.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Düsseldorf/Berlin (ddp/sm - Der E.ON-Konzern will Medienberichten zufolge in weiten Teilen seines Versorgungsgebietes höhere Strompreise durchsetzen. Wie das "Handelsblatt" (Samstagsausgabe) schreibt, haben bereits die zum größten deutschen Energiekonzern gehörenden E.ON-Bayern, die hessische EAM Energie in Kassel, die ostdeutsche E.DIS mit Sitz in Fürstenwalde sowie die niedersächsische Avacon bei den zuständigen Länderbehörden um die entsprechende Genehmigung nachgesucht. Sie versorgen insgesamt fünf Millionen Kunden.

Das "Handelsblatt" und die "Berliner Zeitung" (Samstagausgabe) berichten weitgehend übereinstimmend über geplante Preiserhöhungen zwischen fünf und sechs Prozent. Die vier Versorger bestätigten auf Anfrage der Zeitungen zwar, Anträge bei den Preisbehörden gestellt zu haben, wollten sich aber zur Höhe nicht näher äußern. Im Schnitt dürfte der geplante Termin der Anhebung der 1. März 2005 sein.

Damit gibt E.ON seine bisherige Linie in Sachen Strompreise auf. Konzernchef Wulf Bernotat hatte vor dem Hintergrund der scharfen Debatten um Strompreiserhöhungen noch im September angeregt, die Versorger sollten zumindest bis zum Tätigkeitsbeginn der geplanten Regulierungsbehörde für den Energiemarkt darauf verzichten.

Zuvor hatten von den großen Versorgern nur die E.ON-Konkurrenten RWE und Vattenfall Europe Preisanhebungen angekündigt. Vor allem Verbraucherverbände, aber auch Teile der Politik hatten den Konzernen vorgeworfen, sie wollten sich vor dem Start des Regulierers "noch einmal bedienen".

Unterdessen warf der hessische Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) dem Konzern "Wortbruch gegenüber den Kunden und der Öffentlichkeit" vor, nachdem der Protest gegen die allgemeinen Strompreisanhebungen abgeklungen sei. Wegen der aktuell hohen Gewinne der Energiekonzerne sei der Griff ins Portmonnaie der Stromkunden "nicht akzeptabel", sagte Rhiel.