Alle Optionen offen halten

E.ON gibt im Ringen um Endesa nicht auf

E.ON glaubt weiter an den Erfolg seiner Übernahmepläne für den spanischen Energieversorger Endesa. "Das Rennen in Spanien ist noch lange nicht gelaufen", sagte Vorstandschef Bernotat am Wochenende dem "Spiegel". Zugleich kündigte er künftige Preissteigerungen in Deutschland an.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - "Das Rennen in Spanien ist noch lange nicht gelaufen", sagte Wulf Bernotat, Vorstandsvorsitzende des Düsseldorfer Energiekonzerns, dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" laut einer Vorabmeldung vom Samstag. Damit reagierte Bernotat auf die überraschende Gegenofferte des italienischen Konkurrenten Enel und des spanischen Mischkonzerns Acciona, die am Freitag angekündigt hatten, ein eigenes Übernahmeangebot für Endesa vorlegen zu wollen.

"Ob und wann ein solches Angebot kommt", sagte Bernotat, sei zurzeit fraglich. "Aber selbst wenn es dazu käme, würden die Endesa-Aktionäre wegen langwieriger Sperrfristen und Kartellverfahren frühestens in einem Jahr Geld sehen. Bei uns dagegen wissen sie, was sie bekommen - und zwar jetzt." Insofern gebe es auch keine Notwendigkeit, das eigene Übernahmeangebot zurückzuziehen. "Bis zum Ende der Annahmefrist", so der E.ON-Chef, "halten wir uns auf jeden Fall alle Optionen offen."

Berlin/Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Nach Informationen des spanischen Rundfunksenders Cadena Ser plant der größte deutsche Energiekonzern eine Anhebung seines Endesa-Gebots um weitere drei bis vier Prozent auf 40,00 bis 40,25 Euro je Aktie. Ein E.ON-Sprecher wollte hierzu keinen Kommentar abgeben.

Bernotat reagierte mit seiner Äußerung auf die überraschende Gegenofferte des italienischen Konkurrenten Enel und des spanischen Mischkonzerns Acciona. Die beiden Unternehmen hatten am Freitag angekündigt, ein eigenes Übernahmeangebot für Endesa vorlegen zu wollen. "Ob und wann ein solches Angebot kommt", sei zurzeit fraglich, sagte Bernotat. "Aber selbst wenn es dazu käme, würden die Endesa-Aktionäre wegen langwieriger Sperrfristen und Kartellverfahren frühestens in einem Jahr Geld sehen. Bei uns dagegen wissen sie, was sie bekommen - und zwar jetzt." Insofern gebe es auch keine Notwendigkeit, das eigene Übernahmeangebot zurückzuziehen. "Bis zum Ende der Annahmefrist", sagte der E.ON-Chef, "halten wir uns auf jeden Fall alle Optionen offen."

E.ON-Sprecher Josef Nelles erklärte am Sonntag, der Konzern erwäge rechtliche Schritte gegen Enel und Acciona. "Wir prüfen eine Klage und haben unsere Kanzleien in Madrid und New York eingeschaltet", sagte Nelles.

Die spanische Börsenaufsicht CNMV hatte E.ON am Freitag überraschend noch einmal die Möglichkeit zur Aufstockung seines Gebots gegeben, weil die beiden Endesa-Großaktionäre Enel und Acciona Gespräche über ein gemeinsames Gegengebot bestätigt hatten. Die Behörde untersagte ihnen daraufhin für sechs Monate die Vorlage eines Übernahmeangebots.

Enel und Acciona kommen gemeinsam auf 45,9 Prozent der Endesa-Aktien. Laut Zeitungsberichten wollten sie mindestens 40 Euro je Endesa-Aktie bieten. E.ON bietet derzeit 38,75 Euro. Die Offerte über insgesamt 41 Milliarden Euro läuft noch bis 29. März.

Bis Montag hat E.ON nun Zeit, sein derzeitiges Gebot noch ein weiteres Mal anzuheben. Eigentlich war dies nach spanischem Recht nicht vorgesehen. Die CNMV verwies aber darauf, dass die Ankündigung von Enel und Acciona, eine Offerte für Endesa zu prüfen, dem E.ON-Übernahmeversuch schaden könne. Und das E.ON-Gebot sei derzeit das einzig genehmigte. Sollte sich E.ON dafür entscheiden, wird die Annahmefrist der Offerte bis 3. April verlängert.

Bernotat: Steigenene Strompreise in Deutschland

Wie Bernotat in dem Spiegel-Gespräch weiter sagte, müssen sich die Kunden in Deutschland auf "erhebliche Steigerungen" bei den Stromkosten einstellen. Die von der EU beschlossene Senkung des CO2-Ausstoßes um 20 oder sogar 30 Prozent sei nicht "zum Nulltarif" zu haben. Er fügte hinzu: "Das sind sehr anspruchsvolle Ziele, und ich hoffe, dass die Politik in den nächsten Monaten den Mut finden wird, den Verbrauchern zu sagen, was sie dafür zahlen müssen."