Einziger Bieter

E.ON gibt finales Angebot zu Endesa ab [Upd.]

Der Düsseldorfer Energiekonzern E.ON hielt sich nach dem Rückzieher seines Konkurrenten Gas Natural über das weitere Fortgehen bei der geplanten Übernahme des spanischen Stromkonzerns Endesa zunächst zurück. Nun soll das finale Angebot abgegeben werde.

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Düsseldorf (ddp.djn/sm) - E.ON ist nun der einzige Bieter für Endesa, nachdem der Versorger Gas Natural am späten Donnerstagabend wie erwartet sein Übernahmeangebot für Endesa zurückgezogen hatte.

Sollte das Übernahmeverfahren nach dem Rückzug von Gas Natural nicht geändert werden, müsste E.ON bis Freitagnachmittag ein letztes Gebot für Endesa in einem verschlossenen Umschlag bei der Börsenaufsicht CNMV in Madrid einreichen. Eine CNMV-Sprecherin sagte am Donnerstagabend, dass E.ON auch nach dem Rückzug von Gas Natural die Börsenaufsicht über alle Veränderungen ihres Angebots informieren müsse.

Der Gasversorger hatte die Rücknahme seines Angebots in der Pflichtmitteilung an die CNMV nicht begründet. Die spanische Tageszeitung "El Pais" hatte bereits am Donnerstag berichtet, Gas Natural sei die Offerte zu teuer geworden. Endesa sei maximal 28 bis 30 Euro je Aktie wert, hätten einige Aktionäre dem Blatt gesagt. Der deutsche Energiekonzern E.ON bietet derzeit 34,50 Euro je Aktie des spanischen Stromversorgers, also insgesamt rund 36,5 Milliarden Euro.

Der Düsseldorfer Konzern muss nun die Endesa-Aktionäre überzeugen, ihre Aktien E.ON anzudienen. Mehrere Marktbeobachter rechnen noch mit einer Erhöhung des E.ON-Gebotes. Eine Anhebung wäre gegen den spanischen Baukonzern Acciona gerichtet, der angekündigt hatte, bis zu 24,9 Prozent der Endesa-Aktien kaufen zu wollen. E.ON wirft Acciona vor, gemeinsam mit anderen spanischen Anteilseignern eine Endesa-Übernahme durch E.ON verhindern zu wollen.

Wie E.ON inzwischen mitteilte, wurden die weiteren Schritte des Bieterverfahrens mit der spanischen Börsenaufsicht CNMV geklärt. So bestehen keine weiteren Möglichkeiten mehr, den Angebotspreis zu ändern und Gas Natural sowie mit Gas Natural verbundene Unternehmen dürfen keinerlei Anteile an Endesa erwerben. E.ON wird daher sein letztes Angebot noch am Freitag bei der CNMV einreichen.

Zur Höhe der Offerte äußerte sich der Konzern zunächst nicht, sondern kündigte lediglich eine Pressekonferenz für Samstag in Madrid an. E.ON hatte ein erstes Angebot bereits im Februar 2006 veröffentlicht, dieses nach dem Einstieg des spanischen Baukonzerns Acciona bei Endesa dann auf 34,50 Euro je Aktie erhöht.

Eine weitere Anhebung wäre gegen den Acciona-Konzern gerichtet, der angekündigt hatte, bis zu 24,9 Prozent der Endesa-Aktien kaufen zu wollen. E.ON wirft Acciona vor, gemeinsam mit anderen spanischen Anteilseignern eine Endesa-Übernahme durch E.ON verhindern zu wollen.

Zuletzt hatte es wiederholt Gerüchte über eine mögliche weitere Anhebung des Preises gegeben. E.ON selbst hatte diese Erwartungen aber in der vergangenen Woche schon versucht zu dämpfen und erklärt, man werde sich bei der Formulierung des endgültigen Endesa-Gebots "nicht durch die jüngsten Marktspekulationen beeinflussen lassen". Die Endesa-Aktie hatte zuletzt bei rund 38 Euro notiert.

An der Börse verteuerten sich E.ON-Papiere bis zum Mittag um 2,8 Prozent auf 108,51 Euro. Im Windschatten des Konkurrenten zogen die RWE-Papiere 1,8 Prozent auf 82,61 Euro an.

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