Ein Schritt weiter

E.ON-Gebot für Endesa nicht mehr gerichtlich blockiert

Im Poker um den spanischen Stromversorger Endesa hat ein Handelsgericht in Madrid am Dienstag die zunächst letzte juristische Hürde für die Konkurrenten E.ON und Gas Natural beseitigt und damit den Weg für eine Entscheidung der Aktionäre frei gemacht.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Madrid/Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Das Gericht hob eine Einstweilige Verfügung wieder auf, die die beiden vorliegenden Gebote aus Deutschland und Spanien bislang blockierte. Die Richter folgten damit dem Obersten Gerichtshof des Landes, der eine erste Einstweilige Verfügung bereits in der vergangenen Woche aufgehoben hat.

Der Vorstandsvorsitzende der E.ON AG, Wulf Bernotat, bezeichnete den Spruch der Kammer als "wichtigen Durchbruch". Bald würden die Endesa-Aktionäre ihre Entscheidung treffen könnten, erklärte er. "Daher sind wir unverändert sehr zuversichtlich, die Transaktion zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen."

Die Einstweiligen Verfügungen erwirkte Endesa gegen das Gebot von Gas Natural. Sie blockierten allerdings auch das Gebot von E.ON. Endesa hat die eigenen Klagen in der Zwischenzeit bereits zurückgezogen. Bevor jetzt allerdings die Endesa-Aktionäre über die konkurrierenden Gebote entscheiden können, fordert die spanische Börsenaufsicht beide Seiten noch einmal zur Abgabe eines letzten und endgültigen Angebots in einem verschlossenen Umschlag auf.

Über die von der Aufsicht freigegebenen Gebote können dann die Anteilseigner von Endesa entscheiden. Bislang liegen die beiden Angebote weit auseinander: Während E.ON bereit ist, 36,5 Milliarden Euro für den Versorger zu bezahlen, bietet Gas Natural bisher lediglich 24 Milliarden Euro.