Happy End in Sicht

E.ON erhöht Angebot für Endesa

Der größte deutsche Energiekonzern E.ON rechnet nach der nochmaligen deutlichen Angebotserhöhung mit einem erfolgreichen Abschluss der Übernahme des spanischen Versorgers Endesa in der ersten Aprilhälfte. Das Angebot wurde nach Konzernangaben auf 41 Milliarden Euro erhöht.

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Düsseldorf/Madrid (ddp-nrw). Nach der Freigabe des Gebots durch die spanische Börsenaufsicht CNMV in den kommenden Tagen werde es eine Annahmefrist für die Endesa-Aktionäre voraussichtlich bis Ende März geben, sagte der Vorstandsvorsitzende des Düsseldorfer Konzerns, Wulf Bernotat, am Samstag auf einer Pressekonferenz in Madrid.

E.ON gehe davon aus, dass sich die Übernahme von Endesa bereits im ersten vollen Jahr nach der Transaktion ergebnissteigernd auswirke, sagte Bernotat. "Spätestens drei Jahre nach Abschluss erwarten wir eine Rendite über den Kapitalkosten", fügte er hinzu. Bernotat verwies außerdem darauf, dass die Kombination von E.ON und Endesa zusätzlichen Wert schaffen werde. Dieser werde ab 2010 bei jährlich 600 Millionen Euro liegen.

Bernotat zeigte sich zudem zuversichtlich, dass die Endesa-Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im März noch die Stimmrechtsbeschränkungen aufheben und weitere Satzungsänderungen beschließen werden, die E.ON als Voraussetzung für das Angebot gemacht hatte. E.ON will mindestens 50,01 Prozent der Endesa-Anteile übernehmen.

Obwohl Konkurrent Gas Natural sich bereits am Donnerstag aus dem Bieterrennen verabschiedet hatte und E.ON als einziger Bieter für Endesa übrig blieb, erhöhte der Düsseldorfer Konzern sein Angebot noch einmal deutlich, um offenbar auch zweifelnde Aktionäre zu überzeugen. Das Angebot war mit Spannung erwartet worden, da unklar war, ob E.ON die Offerte noch einmal nachbessern würde.

So lag das am Freitag bei der spanischen Börsenaufsicht CNMV eingereichte endgültige Übernahmeangebot mit 41 Milliarden Euro rund 4,5 Milliarden Euro über der letzten Offerte. Pro Endesa-Aktie entspricht das einer Anhebung des Angebots auf 38,75 Euro. Bislang hatte E.ON lediglich 34,50 Euro je Aktie und damit insgesamt 36,50 Milliarden Euro geboten.

Der Verwaltungsrat von Endesa will sich am Dienstag treffen, um über das Gebot zu beraten und den eigenen Aktionären anschließend eine Empfehlung zu geben. Der spanische Acciona-Konzern, der zuletzt für Irritationen gesorgt, nachdem er im großen Stil Endesa-Anteile aufkauft hatte, erneuerte am Freitagabend seine Forderung, dass Endesa unabhängig bleiben müsse. Zugleich bekräftigte eine Sprecherin des Unternehmens aber, dass Acciona seinen 21-Prozent-Endesa-Anteil an E.ON verkaufen werde, sollte das deutsche Unternehmen bei seinem Übernahmeversuch erfolgreich sein.

Von Ralf Beunink