Reaktion

E.ON erhöht Angebot für Endesa [Upd.]

Im Übernahmekampf um den spanischen Versorger Endesa hat der Düsseldorfer Energiekonzern E.ON sein Angebot nachgebessert und erheblich erhöht. Das Barangebot vom 21. Februar werde auf 35 Euro pro Aktie erhöht, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf/Frankfurt (ddp/sm) - Hintergrund ist der überraschende Einstieg des spanischen Mischkonzerns Acciona, der knapp 25 Prozent der Endesa-Anteile kaufen will. Anfang der Woche hatte Acciona zehn Prozent der Aktien zu einem Preis von 32 Euro je Anteilsschein erworben.

E.ON bekräftige mit der Angebotserhöhung das nachhaltige Interesse an einer erfolgreichen Transaktion, hieß es in der Mitteilung. Der Vorstandsvorsitzende Wulf Bernotat erklärte, das verbesserte Angebot sei für die Endesa-Aktionäre "äußerst attraktiv". Zugleich unterstreiche es das langfristige Vertrauen von E.ON in das Geschäftsmodell und die Wachstumsperspektiven von Endesa. Der Konzern will mindestens 50,01 Prozent des Grundkapitals erwerben und würde mit der Übernahme zum weltgrößten Energieversorger aufsteigen. Ebenfalls an Endesa interessiert ist der spanische Konzern Gas Natural.

Unterdessen fordert die EU-Kommission von Spanien die Aufhebung der beschlossenen Auflagen für eine Übernahme von Endesa durch E.ON. Die Bedingungen verstießen gegen die EG-Fusionskontrollverordnung und liefen den Bestimmungen des EG-Vertrags über den freien Kapitalverkehr und die Niederlassungsfreiheit zuwider, teilte die Kommission in Brüssel mit. Sie erklärte die Auflagen daher für unrechtmäßig und verlangte, dass Spanien diese aufhebt.

Am deutschen Aktienmarkt verlor E.ON am Mittwochmorgen knapp zwei Prozent auf 92,29 Euro. Analysten und Anleger kritisierten die neue E.ON-Offerte. Nach einem Bericht des "Handelsblattes", wird dieser Schritt als "überhastet" und "Ende der Fahnenstange" bezeichnet. Ein Analyst gegenüber der Zeitung: "Aus unserer Sicht hätte man mit diesem Schritt ohne hohes Risiko ein paar Tage abwarten können und somit Acciona sowie Endesa selbst unter Druck gesetzt. Stattdessen hat Eon die eigenen Karten auf den Tisch gelegt." Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) begrüßt dagegen die Erhöhung des Kaufangebots und rechnet nicht mit einem Bieterkampf.

Wie die Internetzeitung "Netzeitung" inzwischen berichtet, kommt es in Spanien möglicherweise zu einer Fusion zwischen dem zweit- und drittgrößten Energieunternehmen. Der Baukonzern Actividades de Construcciones y Servicios (ACS) gab am Dienstag in Madrid bekannt, er habe zehn Prozent der Anteile des zweitgrößten spanischen Stromversorgers Iberdrola für insgesamt 3,3 Milliarden Euro gekauft. Damit ist größter Anteilseigner des Stromunternehmens. ACS ist den Angaben zufolge bereits mit einem Anteil von 35 Prozent größter Einzelaktionär bei Unión Fenosa. Aufgrund des spanischen Wettbewerbsrechts, wonach ein Kapitaleigner nicht Hauptaktionär bei miteinander konkurrierenden Unternehmen sein darf, wird von Beobachtern eine Fusion vermutet.

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