40 Euro je Aktie

E.ON erhöht Angebot für Endesa - Enel und Acciona überbieten (Upd.)

E.ON hat sein Übernahmeangebot für den spanischen Versorger Endesa zum dritten Mal erhöht und bietet nun 40,00 Euro pro Endesa-Aktie nach bislang 38,75 Euro, wie das Unternehmen heute mitteilte. Der italienische Versorger Enel und der spanische Baukonzern Acciona wollen das Angebot überbieten.

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Madrid/Düsseldorf (ddp/sm) - Der mittlerweile über ein Jahr andauernde Übernahmekampf um den spanischen Energiekonzern Endesa wird immer mehr zu einem Wirtschaftskrimi. Acciona und Enel kündigten heute an, mit einem gemeinsamen Übernahmeangebot die ebenfalls heute zum dritten Mal erhöhte Offerte des Düsseldorfer Energieriesen überbieten zu wollen. E.ON hatte sein Angebot von 38,75 Euro auf 40 Euro je Endesa-Anteilsschein erhöht. Die beiden Endesa-Großaktionäre Acciona und Enel wollen mindestens 41 Euro je Aktie bieten.

Acciona und Enel, die zusammen rund 46 Prozent an Endesa halten, hatten bereits in der vergangenen Woche ein Gegenangebot in Aussicht gestellt. Von der spanischen Börsenaufsicht CNMV wurde das allerdings als rechtswidrig eingestuft, da die Frist zur Abgabe von Gegenangeboten bereits abgelaufen war. Die Behörden gaben E.ON daher heute Zeit, sein Angebot noch einmal zu erhöhen. Das Düsseldorfer Unternehmen machte von diesem Recht Gebrauch und kündigte zudem an, alle juristischen Möglichkeiten gegen das Vorgehen von Enel und Acciona nutzen zu wollen.

Die Annahmefrist für das neue E.ON-Angebot reicht nunmehr bis zum 3. April, in den USA sogar bis zum 6. April. Eigentlich sollte sie bereits am Donnerstag auslaufen. Acciona und Enel kündigten nun für den Fall eine eigene Offerte an, dass E.ON die Annahmeschwelle von 50 Prozent an Endesa nicht erreichen würde. Das gilt als wahrscheinlich. Schließlich halten Acciona und Enel zusammen bereits 46 Prozent an Endesa. Weitere 10 Prozent sind im Besitz der spanischen Bank Caja, die über einen Verkauf an E.ON noch nicht entschieden hat.

Acciona und Enel könnten ihr Übernahmeangebot allerdings frühestens in sechs Monaten vorlegen, sofern die CNMV zustimmt. Für die nächsten sechs Monate hat die spanische Behörde die beiden Konzerne bereits am Freitag von einer Gegenofferte ausgeschlossen. Analysten befürchten bereits, dass Endesa für E.ON im Fall einer erfolgreichen Übernahme viel zu teuer werden könnte.

In ihrem Kampf um Endesa leitete E.ON mehrere juristische Verfahren gegen Acciona und Enel ein. Das «rechtswidrige Vorgehen» der beiden Unternehmen sei «ein Versuch, die Endesa-Aktionäre zu täuschen und den Preis der Aktie zu manipulieren», begründete der Konzern sein Vorgehen am Montag. E.ON beantragte unter anderem bei der CNMV die Eröffnung eines Verfahrens wegen Irreführung des Marktes, Verstoßes gegen das Übernahmerecht und Insiderhandel. E.ON forderte in diesem Zusammenhang, dass Acciona und Enel ihre Endesa-Aktien wieder verkaufen müssten und weitere Käufe untersagt werden. Außerdem sollten sie von der Möglichkeit, ein Übernahmeangebot für Endesa zu machen, völlig - und nicht nur für eine bestimmte Zeit - ausgeschlossen werden.

Unterdessen wollen zwei Hedgefonds juristisch gegen die jüngste CNMV-Entscheidung vorgehen, E.ON die Möglichkeit zu einer weiteren Angebotserhöhung einzuräumen. Ihnen sei wirtschaftlicher Schaden entstanden, begründen die beiden Fonds laut einem Bericht der Internetausgabe der spanischen Zeitung "Cinco Dias" vom Montag das Vorhaben. Die beiden Fonds aus den USA und aus Großbritannien hätten ihre Anteile an Endesa bereits zu je 38,75 Euro an E.ON veräußert. Die E.ON-Aktie verlor am Montag 0,9 Prozent auf 99,80 Euro.