Ausbau der Marktanteile

E.ON Energie will vor allem in Zentraleuropa weiter wachsen

Der Ausbau der Marktanteile in Zentralosteuropa liegt im Fokus des zweitgrößten deutschen Energiekonzerns E.ON. In Deutschland, Italien und Ungarn sollen zudem neue Erzeugungskapazitäten geschaffen werden, sagte Johannes Teyssen, Chef von E.ON Energie, gestern auf der Jahrespressekonferenz.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

München (ddp-bay/sm) - Die Münchner E.ON Energie AG hat ihre Wachstumsstrategie in Mittel- und Osteuropa bekräftigt und weitere Zukäufe angekündigt. "Insbesondere in Zentralosteuropa wollen wir unsere Marktanteile beim Gas sukzessive ausbauen und bei der Stromversorgung noch vorhandene Lücken in der Wertschöpfungskette schließen", sagte Vorstandsvorsitzender Johannes Teyssen auf der Jahrespressekonferenz gestern in München.

Geplant sei darüber hinaus die Schaffung neuer Erzeugungskapazitäten in Deutschland, Italien und Ungarn. Außerdem prüfe das Unternehmen die Aufstockung von Investitionen in die Netzinfrastruktur.

E.ON Energie ist nach den Worten von Teyssen bereits der "führende Energiedienstleister" in Zentraleuropa. Ihren Anteil am slowakischen Regionalversorger ZSE von derzeit 40 Prozent will die Tochter des E.ON-Konzerns erhöhen. Da die Prager Regierung noch 2004 weitere Anteile an dem Unternehmen abgeben wolle, biete sich die Chance, "eine konsolidierungsfähige Mehrheit kurzfristig zu erreichen", sagte Teyssen. E.ON sei im Strombereich der größte ausländische Investor in Tschechien.

Polen sei als größter Energiemarkt der EU-Beitrittsländer für E.ON Energie weiter von strategischem Interesse. Ein Engagement hänge aber stets vom konkreten Einzelfall ab. Jede sich ergebende Option werde sorgfältig geprüft, erklärte Teyssen.

In Ungarn, wo E.ON Energie an den drei regionalen Verteilergesellschaften jeweils mehr als 95 Prozent hält, werde E.ON Energie bis 2006 mit Unterstützung eines Darlehens der Europäischen Investitionsbank rund 250 Millionen Euro in die Netzinfrastruktur investieren. Zudem bemühe sich das Unternehmen um den Eintritt in die Märkte Bulgariens und Rumäniens, führte Teyssen aus.

Der E.ON-Energie-Chef betonte, die aktuelle Tendenz zu steigenden Strompreisen resultiere vor allem aus dem Anstieg der Brennstoffpreise. Dennoch liege der Anteil, den Erzeugung, Verteilung und Vertrieb am Strompreis ausmachten, unter dem Niveau von 1998, dem Jahr der Öffnung der deutschen Energiemärkte. Was den Strom für die gewerblichen Kunden und die Privatverbraucher tatsächlich verteuere, sei der wachsende Staatsanteil am Preis von derzeit 40 Prozent. Mit der Stromrechnung würden "der Ausbau der regenerativen Energien, der Kraft-Wärme-Kopplung und nicht zuletzt die Rentenkasse" finanziert.