E.ON Energie legt gegen einstweilige Verfügung von Southern Energy Widerspruch ein

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E.ON Energie sieht die einstweilige Verfügung von Southern Energy im Zusammenhang mit der geplanten Abgabe der E.ON Energie-Beteiligung an der BEWAG sehr gelassen. Das amerikanische Unternehmen hatte eine einstweilige Verfügung gegen den in der vergangenen Woche von E.ON Energie unterzeichneten Vertrag erwirkt. Diese soll den Vollzug des Tauschvertrags mit den Hamburgischen Electricitäts-Werken (HEW) aufhalten. E.ON Energie wird unverzüglich Widerspruch gegen die Verfügung einlegen und hat keinen Zweifel daran, dass der Widerstand von Southern Energy gegen den Aktientausch erfolglos bleiben wird. Der Konsortialvertrag zwischen E.ON Energie und Southern Energy gestattet ausdrücklich jedem Partner, seine Anteile ohne Zustimmung des jeweils anderen Partners frei zu veräußern. Der Vorstandsvorsitzende von E.ON Energie, Dr. Hans-Dieter Harig, gab sich zuversichtlich, dass das gegenwärtige Verfahren keine Verzögerung bedeute, da der geplante Tauschvertrag ohnehin nicht vor dem Jahr 2001 vollzogen werden solle. Auch Southern Energy werde erkennen müssen, dass eine Kooperation mit HEW ein geeigneterer Weg zur unternehmerischen Entwicklung der BEWAG sei als eine Konfrontation auf gerichtlichem Wege.


Gegenwärtig befinden sich E.ON Energie und HEW mit dem Land Berlin im Gespräch. Hierbei gehe es vor allem darum, den Senat davon zu überzeugen, dass HEW als Nachfolger von E.ON Energie im Vertragswerk mit dem Land Berlin die darin festgeschriebenen Verpflichtungen ebenso erfüllen kann. Harig wies darauf hin, dass unter den geänderten energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen HEW sogar eher in der Lage sei, dies zu leisten. Er bezog sich insbesondere auf die Möglichkeit eines gemeinsamen Erwerbs von VEAG/LAUBAG durch HEW und BEWAG sowie auf die damit verbundene Möglichkeit zum Aufbau einer starken vierten Kraft in der deutschen Energielandschaft. Hinsichtlich der von Seiten des Senats veröffentlichten Beurteilung des heutigen Spitzengesprächs äußerte Harig, dass er es sehr bedauern würde, wenn die Entscheidung um die Veräußerung der BEWAG-Anteile letztlich von Gerichten getroffen würde. Denn selbst wenn die rechtliche Position des Senats formal bestätigt würde, wäre dies mit Sicherheit nicht im Interesse der Bewag und des Landes Berlin.