Jahrespressekonferenz 2001

E.ON Energie auf dem Weg zu Europas größtem privaten Energiedienstleister

Im Rahmen der Jahrespressekonferenz holte der Vorstandsvorsitzende von E.ON Energie Hans-Dieter Harig zum Rundumschlag aus: Neben der Bekanntgabe aktueller Geschäftszahlen kommentierte der Manager auch die aktuelle Energiepolitik und blickte in die Zukunft seines Unternehmens.

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"Wir sind mit unserer Präsenz in 15 Ländern Europas der am deutlichsten europäisch aufgestellte Energiedienstleister", bilanzierte E.ON Energie-Vorstandsvorsitzender Hans-Dieter Harig auf der heutigen Jahrespressekonferenz in München stolz. Er kündigte an, diesen Weg konsequent fortzusetzen. Ein großer Schritt sei die künftige Konsolidierung der schwedischen Sydkraft. Bezieht man sie auf der Basis der Zahlen des Jahres 2000 ein, beträgt der Stromabsatz des Konzerns künftig etwa 240 Milliarden Kilowattstunden.


Die Geschäftszahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der konzernweite Stromabsatz stieg im Geschäftsjahr 2000 gegenüber dem Vorjahr um etwa 15 Prozent auf 211 (1999: 184) Milliarden Kilowattstunden. Der Gasabsatz erhöhte sich um fast 14 Prozent auf 72,4 (1999: 63,7) Milliarden Kilowattstunden. Im Wasserbereich ging der Absatz mit 259 Millionen Kubikmetern um etwa drei Prozent leicht zurück (1999: 266). Trotz gestiegener Absatzzahlen sanken die Umsatzerlöse im Strombereich um neun Prozent. Das Betriebsergebnis (pro-forma Zahlen) lag mit 1,72 Milliarden Euro um etwa 30 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das Finanzergebnis stieg dagegen um 515 Millionen Euro auf 881 Millionen Euro. Der Konzerngewinn nach Steuern und vor Ergebnisabführung erhöhte sich auf 1,47 Milliarden Euro, das entspricht einem Plus von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für die Zukunft zeigte sich Harig verhalten optimistisch, ein moderater Anstieg der Strompreise zeichne sich jedoch bereits ab. Auch die im vergangenen Herbst beschlossenen Kapazitätsanpassungen in der Erzeugung von insgesamt 4800 Megawatt allein bei E.ON Energie würden zur weiteren Stabilisierung des Strompreisniveaus beitragen.


Die Fusion von PreussenElektra und Bayernwerk zu E.ON Energie bewertete Harig als gelungen. Die Kostensenkungen aus den erwarteten Fusionssynergien lägen um etwa 110 Millionen Euro über dem Plan, kündigte er an. Die kartellrechtlichen Auflagen sowie die Zusagen für die Genehmigung der Fusion seien inzwischen weitgehend erfüllt. Nach Auskünften von Harig sei gestern vor dem Schiedsgericht gemeinsam mit MIRANT und unter Einbeziehung von HEW ein Vergleich über den Verkauf der Berliner Bewag geschlossen worden. E.ON Energie erwartet nun, ihre Anteile an HEW veräußern zu können. Auch zukünftig wolle E.ON Energie den Weg zum führenden europäischen Energieversorgungsunternehmen konsequent weiter gehen. Das Übernahmeangebot der E.ON für die britische Powergen und der damit vorbereitete Einstieg in den US-amerikanischen Markt seien ein wichtiger strategischer Schritt. Nicht vergessen auch die Positionsstärkung auf dem deutschen Markt. Regionale und kommunale Beteiligungen wurden erweitert: Mit der Beteiligung an EMR ist ein weiterer Regionalversorger hinzugekommen. In den Beteiligungsunternehmen wurden etwa 20 Stadtwerksbeteiligungen erworben.


"Der Stromwettbewerb in Deutschland funktioniert", betonte Harig im energiepolitischen Teil seiner Ausführungen. Mit durchschnittlich 25 Prozent seien die Strompreise in keinem anderen europäischen Land so schnell und so deutlich gesunken. Vor diesem Hintergrund betrachtet E.ON Energie mit Sorge die Re-Regulierungstendenzen in der deutschen und europäischen Energiepolitik. In Deutschland bestehe, so Harig, kein Bedarf für einen Regulator. Die Politik solle sich vielmehr darauf konzentrieren, Rahmenbedingungen so zu setzen, dass darin die Dienstleistungen energiesparend und umweltfreundlich erbracht werden könnten. Auch bei der aktuellen Diskussion um die Kraft-Wärme-Kopplung werden laut Harig energie- und umweltpolitische Ziele mit anderen Zielen belastend vermengt. E.ON Energie unterstützt die Selbstverpflichtung von Unternehmen der Strom- und Gaswirtschaft für effiziente Kohlendioxid-Minderung. Das angestrebte Ziel der Kohlendioxid-Minderung sollte im Vordergrund stehen, die Diskussion um die Wahl der Mittel nicht zum Selbstzweck werden.