Feier auf Gipfeltreffen?

E.ON/Endesa: Zapatero kündigt "Happy End" an

Der spanische Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero hat Hoffnungen auf eine baldige Einigung zur Übernahme des spanischen Energiekonzerns Endesa durch den größten deutschen Anbieter E.ON geweckt. Der Wochenzeitung "Die Zeit" sagte Zapatero, es werde eine Lösung geben, denn Spanien sei "ein offenes Land".

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Hamburg/Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Wörtlich sagte Zapatero unter Hinweis auf die deutsch-spanischen Konsultationen Anfang nächster Woche: "Es wird ein Happy End geben für Spanien, für Europa, für den Energiesektor, für die Stromwirtschaft. Das werden wir auf dem bilateralen Gipfeltreffen gemeinsam feiern können."

Der Kritik der EU-Kommission an den bisherigen spanischen Bedingungen für eine Zustimmung zu der Übernahme hält Zapatero entgegen, Brüssel verstehe die spanische Position zu wenig. Die EU-Kommission hatte Spanien aufgefordert, bis 4. September zu Bedingungen Stellung zu nehmen, die die spanischen Behörden E.ON auferlegt haben, um Endesa für rund 27 Milliarden Euro kaufen zu können. Der Düsseldorfer Energiekonzern E.ON hatte bereits beim spanischen Industrieministerium Widerspruch gegen die Auflagen eingereicht, da er sie für unberechtigt hält.

Die spanischen Behörden hatten von E.ON gefordert, etwa ein Drittel der Endesa-Stromerzeugungskapazität in Spanien zu verkaufen. Die EU hatte die Übernahme zuvor bereits ohne Auflagen genehmigt. E.ON würde durch eine Übernahme der weltweit größte Strom- und Gaslieferant mit einem Jahresumsatz von rund 75 Milliarden Euro werden. Ein konkurrierendes Angebot von 22 Milliarden Euro gibt es vom spanischen Gaskonzern Gas Natural. Kritiker halten den spanischen Behörden vor, durch zu hohe Auflagen für E.ON eine rein spanische Lösung herbeiführen zu wollen.