Gespräche

E.ON/Endesa: Unterstützung aus dem Bundeskanzleramt

Wie jetzt bekannt wurde, forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodriguez Zapatero am Rande des Treffens in Lahti zur Rücknahme der Auflagen gegen den Energiekonzern E.ON im Falle der Endesa-Übernahme auf. Nun gerät allerdings auch Berlin in Erklärungsnot.

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Brüssel/Berlin/Düsseldorf (red) - Dies berichtet das Düsseldorfer "Handelsblatt" unter Berufung auf Gipfelteilnehmer. Trotz der ultimativen Aufforderung der Europäischen Kommission hat Spanien die Auflagen noch nicht zurückgezogen. Die EU erklärte diese als "rechstwidrig". Bereits beim spanisch-deutschen Gipfeltreffen Anfang September hatte Zapatero ein baldiges "Happy End" für die Übernahme des spanischen Energieunternehmens angekündigt.

Wie das Blatt weiter meldet, sei Merkel "zunehmend verärgert" über die Haltung Madrids. Zapatero habe ihr zugesagt, er werde sich um die Angelegenheit kümmern, nmachte allerdings keine weiteren konkreten Aussagen.

Inzwischen gerät auch das Verhältnis zwischen dem deutschen Energieriesen und der Bundesregierung ins Visier der Kommission. Berlin hat bis 2012 bei einer möglichen Übernahme von E.ON ein Mitspracherecht, was Spanien als Beleg dafür anführte, dass auch Deutschland seine Energieversorger vor ausländischen Käufern schütze.

Ein Sprecher des EU-Binnenmarktkommissars Charlie McCreevy erklärte gegenüber der Zeitung, dass diese Regelung, die bei der Fusion von E.ON und Ruhrgas vereinbart wurde, möglicherweise gegen EU-Recht verstoße. Die Bundesregierung sei deshalb schriftlich um Aufklärung gebeten worden. Das Bundesministerium erklärte dazu nur, bisher läge kein Schreiben der Kommission vor.