Auflagen überdenken

E.ON/Endesa: Spanien und E.ON kompromissbereit (Upd.)

Spanien ist bereit, einige Auflagen für die Übernahme seines Versorgers Endesa durch E.ON zu modifizieren. Der spanische Industrieminister Joan Clos erklärte, die Auflagen seien nötig, um die Energieversorgung des Landes zu gewährleisten. Auch E.ON ist offenbar zu Kompromissen bereit.

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Madrid/Brüssel (ddp/sm) - Clos räumte ein, die Regierung stehe der Möglichkeit, diese Auflagen zu modifizieren oder anzupassen, allerdings offen gegenüber. Beispielsweise könnte Spanien die auferlegten Verkäufe von Atom- und Kohlekraftwerke noch einmal überdenken. Insgesamt hat Spanien 19 Auflagen für die Übernahme von Endesa durch E.ON verhängt.

Nach einer Meldung der spanischen Zeitung "El País" solle E.ON eine Frist von zwei Jahren zu Verkäufen von Geschäftsanteilen des spanischen Stromversorgers eingeräumt werden. Auch die Abtretung der Stromversorgung auf den spanischen Inseln sei nicht endgültig beschlossen.

Der EU-Kommission liegt mittlerweile die Stellungnahme Spaniens zu den von der spanischen Energiemarktaufsicht CNE an die Zustimmung zum E.ON-Gebot für Endesa geknüpften Bedingungen vor. Die von der EU-Kommission geforderte Stellungnahme werde nun geprüft, hatte die EU-Kommission am Mittwoch mitgeteilt. Eine Entscheidung werde sobald wie möglich getroffen, sagte Kommissionssprecher Jonathan Todd.

E.ON zeigte unterdessen Bereitschaft, im Falle einer Fusion auf sein Südamerika-Geschäft zu verzichten. Mit diesem Kompromiss will E.ON-Chef Wulf Bernotat die spanische Regierung dazu bewegen, ihr Taktieren endgültig aufzugeben und den Weg für eine Übernahme freizumachen, wie die "Wirtschaftswoche" in ihrer Online-Ausgabe berichtet. Das Südamerika-Geschäft gilt dem Bericht zufolge nicht zuletzt wegen der hohen Wachstumsraten in den vergangenen Jahren als lukrativ.

Allerdings wolle E.ON keinesfalls auf das spanische Atomkraftwerk und die Steinkohle-Kraftwerke von Endesa verzichten. Ebenfalls werde Wert gelegt auf das Geschäft auf den Balearen und den Kanaren, dort sei Endesa Monopolist, sagte das Aufsichtsratsmitglied.