Entscheidung

E.ON/Endesa: Regierung streicht Auflagen

E.ON hat die Entscheidung des spanischen Industrieministeriums zur Beschwerde gegen die Auflagen der nationalen Energiebehörde CNE zur Übernahme von Endesa akzeptiert. Nahezu alle Auflagen sind darin von der Regierung in Madrid fallengelasssen worden.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf/Madrid (red) - Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, wurden 17 der 19 CNE-Auflagen für den Fall der Endesa-Übernahme durch den deutschen Energiekonzern von der Regierung fallengelassen. Dazu gehören alle Verkäufe von Kraftwerken in Spanien. Bestehen bleibt die Forderung, dass Endesa-Anteile verkauft werden müssen, falls E.ON in den nächsten zehn Jahren selbst übernommen werden sollte. Unklar sei, ob damit das gesamte Paket oder nur Teile gemeint sind.

Damit vermeidet Madrid so eine Auseinandersetzung mit der EU-Kommission, die diese Auflagen als unrechtmäßig kritisierte und juristitische Schritte angedroht hatte.

E.ON begrüßte die Entscheidung. Das Unternehmen erwartet nun eine zügige Freigabe des Angebots durch die spanische Börsenaufsicht CNMV. E.ON-Vorstandsvorsitzender Wulf Bernotat: "Die deutlich abgemilderten Auflagen sind nun akzeptabel für uns. Wir danken dem Ministerium dafür, dass es den Weg für eine schnelle Fortführung der Transaktion geebnet hat. Jetzt müssen die Aktionäre schnell über unser Angebot entscheiden können." Er sei weiterhin zuversichtlich, die Transaktion erfolgreich abschließen zu können.

Die EU-Kommission reagierte zunächst zurückhaltend auf die Einigung zu den Auflagen. Ein Sprecher sagte in Brüssel, die Kommission untersuche die Angelegenheit weiter. Die EU hatte die Übernahme von Endesa durch E.ON bereits vor rund einem halben Jahr ohne Auflagen genehmigt.

Analysten begrüßten am Montag die Abschwächung der Bedingungen, verwiesen aber auch darauf, dass der Übernahme noch weitere Hürden im Wege stehen. Hauptproblem sei dabei der vom spanischen Baukonzern Acciona angestrebte Ausbau seines Endesa-Anteils, erklärte Sven Diermeier von Independent Research. Acciona hatte erst Ende vergangener Woche von der Energiebehörde CNE die Erlaubnis erhalten, ihre Beteiligung auf bis zu 24,9 Prozent aufzustocken. Das Unternehmen war Ende September überraschend bei Endesa eingestiegen.

Die E.ON-Aktie reagierte am Montagnachmittag mit einem Kursplus von 0,5 Prozent auf 92,22 Euro.

Weiterführende Links