Ergebnisoffen

E.ON/Endesa: Noch keine klare Stellungnahme Spaniens

Im Streit um die Übernahme des spanischen Versorgers Endesa durch den Düsseldorfer Energiekonzern E.ON hat sich der spanische Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero weiterhin zuversichtlich über das Zustandekommen einer einvernehmlichen Lösung gezeigt.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Meersburg/Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - "Für uns ist es natürlich von Interesse, dass die Lösung zufrieden stellend für die Regierung Deutschlands, für die Regierung Spaniens, natürlich für das Unternehmen E.ON selbst und das Energiemodell Spaniens ist", sagte Zapatero bei den 20. deutsch-spanischen Regierungskonsultationen am Dienstag in Meersburg am Bodensee.

Er versprach zudem, dass das spanische Industrieministerium in Kürze Stellung zu den Auflagen nehmen wird, die die spanische Energiebehörde CNE an E.ON für die Übernahme von Endesa gemacht hat. Ende Juli hatte die Regierungsbehörde den Kauf von Endesa erlaubt, allerdings Auflagen verhängt. Diese sehen unter anderem einen Verkauf von Kraftwerkskapazitäten sowie des Stromgeschäfts auf den spanischen Inseln vor. E.ON legte gegen die Auflagen Beschwerde beim Industrieministerium in Madrid ein.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte bei dem Treffen, Fusionen seien in einem europäischen Binnenmarkt "Normalität". Das sei auch ein Zeichen des Vertrauens innerhalb Europas. Fusionen müssten aber auf einer rechtlichen Grundlage stattfinden. E.ON wollte sich nicht zu den Aussagen Zapateros äußern.

Bis Mittwoch muss die spanische Regierung eine umfassende Erklärung in Brüssel einreichen. Die EU-Kommission hatte eine Endesa-Übernahme durch E.ON im April ohne Auflagen genehmigt.

E.ON will Endesa für rund 27 Milliarden Euro übernehmen. Die spanische Regierung hatte bislang einen Zusammenschluss von Endesa mit der ebenfalls spanischen Gas Natural bevorzugt. Deren Angebot liegt mit rund 22 Milliarden Euro allerdings wesentlich niedriger.