Übernahmepoker

E.ON/Endesa: Bald Entscheidung über Auflagen?

Nach Medienberichten wird die spanische Regierung voraussichtlich am Freitag über die von der Regulierungsbehörde CNE verhängten Auflagen gegen den deutschen Energiekonzern E.ON im Falle der Übernahme des spanischen Energieversorgers Endesa entscheiden.

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Düsseldorf/Madrid (red) - Das Düsseldorfer "Handelsblatt" berichtet unter Berufung auf spanische Zeitungen, dass E.ON zumindest mit einer Abschwächung des Auflagenpaketes rechnen könne. Diese werden von der Europischen Kommission als Verstoß gegen EU-Recht gewertet. Eine Entscheidung soll nach Angaben aus dem Industrieministerium in Madrid am Montag bekannt gegeben werden.

Zurückgenommen werde möglicherweise der Verkauf von mehreren Kohle- und Atomkraftwerken des Endesa-Konzerns. Dagegen sollen die Forderung des Wiederverkaufs der Endesa-Anteile im Falle der Übernahme E.ONs durch ein anderes Unternehmen und die Akzeptanz der erweiterten CNE-Befugnisse bestehen bleiben.

Es bleibt dem Bericht zufolge fraglich, ob die EU-Kommission dieser Einigung zustimmt. Sie hatte eine vollständige Zurücknahme gefordert.

Für E.ON gibt es jedoch eine neue Schwierigkeit: Am Donnerstag hatte ein Gericht in Barcelona auf Antrag des spanischen Energieunternehmens Gas Natural Voruntersuchungen gegen Eon, Endesa und die Deutsche Bank wegen des Vorwurfs illegaler Absprachen eingeleitet. Innerhalb von 15 Tagen sollen die Unternehmen dem Gericht Unterlagen über vertrauliche Gespräche und Vorstandssitzungen zu den Übernahmegesprächen vorlegen. Die Deutsche Bank finanziert das E.ON-Angebot und ist gleichzeitig Berater von Endesa.

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