Verstoß

E.ON Edis muss erneut hohes Zwangsgeld zahlen

Der Stromanbieter E.ON Edis verzögert offenbar weiterhin den Lieferantenwechsel von Stromkunden und verhindert damit den Wettbewerb. Daher hat die Netzagentur jetzt ein weiteres Zwangsgeld von 1,3 Millionen Euro gegen die ostdeutsche E.ON-Tochter verhängt. Laut dem Versorger sei die Verzögerung EDV-Problemen zu schulden.

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Bonn (dapd/red) - Das berichtete die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires am Montag. Zuletzt hatte E.ON Edis im September eine Geldstrafe von 650.000 Euro gezahlt, gleichzeitig aber Beschwerde gegen die Strafe eingelegt.

Der Stromanbieter verwies erneut auf Probleme bei der Einführung neuer EDV-Systeme. Dabei sei es zu Migrationsfehlern gekommen, die rasch behoben werden sollen. Der Transfer des "Datenbestandes auf das neue System ist wegen der großen Zahl der Kunden und Daten sowie den hohen Anforderungen an die Datenqualität sehr komplex", hieß es in einem Statement von E.ON Edis am Montag. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben in ständigem Kontakt mit der Netzagentur und will die Probleme bald beseitigen.

Nach Auffassung der Bundesnetzagentur verstößt der Stromanbieter aber weiter gegen die Vorgaben zur Abwicklung von Lieferantenwechseln. Die für die Kontrolle der Wechselprozesse zuständige Regulierungsbehörde in Bonn hatte zuvor Beschwerden von konkurrierenden Anbietern erhalten, die im Netzgebiet von E.ON Edis aktiv sind. Im Streit um Behinderungen beim Stromanbieterwechsel drohte die Netzagentur E.ON Edis am Montag mit einem weiteren Zwangsgeld von 1,3 Millionen Euro, sollte das Unternehmen die Mängel nicht bis 20. Januar 2011 behoben haben.

"Andere Unternehmen im Markt haben es auch geschafft, die Vorgaben für den Lieferantenwechsel rechtzeitig zu erfüllen", sagte eine Sprecherin der Netzagentur am Montag zu Dow Jones. "Unsere Festlegung wurde von E.ON Edis nicht erfüllt", fügte sie hinzu.