Baustopp teilweise aufgehoben

E.ON darf nur teilweise am Kraftwerk Datteln weiterbauen

Im Streit um den Bau an Europas größtem Steinkohlekraftwerk in Datteln hat die Bezirksregierung Münster den Baustopp teilweise aufgehoben. E.ON darf an Teilen des Kraftwerkes weiterbauen, die keinen Einfluss auf den Bauplan des Gesamtprojekts haben. "Wesentliche" Vorhaben jedoch könnten weiterhin nicht erfolgen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Münster/Datteln (ddp/red) - Im Streit um den Baustopp am E.ON-Kohlekraftwerk in Datteln (Kreis Recklinghausen) ist die Bezirksregierung Münster Anträgen des Unternehmens auf Sofortvollzug nur teilweise gefolgt. "Wesentliche" Vorhaben wie etwa der Bau von Gleisanlagen sowie die Kohle- und Ammoniaklager könnten weiterhin nicht erfolgen, sagte eine Sprecherin der Behörde am Dienstag in Münster. Einzelne Vorhaben auf der Baustelle dürften jedoch weitergehen.

Kraftwerk sei zu nah an Wohngebieten

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster hatte am 3. September den Bebauungsplan für das E.ON-Projekt aufgehoben. Als Grund führte das Gericht unter anderem an, dass die Stadt Vorgaben zum Naturschutz und zum Schutz der Bevölkerung nicht ausreichend beachtet habe. Die Anlage liege zu nahe an Wohngebieten. Damit wurde der Klage eines Landwirts aus Waltrop stattgegeben.

Fertigstellung für 2011 geplant

Nach seiner Fertigstellung sollte das Kraftwerk mit einer Leistung von rund 1050 Megawatt eines der größten Steinkohlekraftwerke Europas werden. Die Gesamtinvestition beträgt rund 1,2 Milliarden Euro. Im Jahr 2011 sollte das Kraftwerk in Betrieb gehen. Falls die Genehmigung für das Kraftwerk aufgehoben wird, muss E.ON die Anlage zurückbauen und den ursprünglichen Zustand wiederherstellen.