Sinnvoll!?

E.ON-Chef will Laufzeiten von Kernkraftwerken verdoppeln

Der Vorstandschef des Energiekonzerns E.ON, Wulf Bernotat, hat sich für eine Verdopplung der Laufzeiten für Kernkraftwerke ausgesprochen. "Die Anlagen sollen so lange laufen, wie es technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist", sagte er der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Mittwochausgabe).

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Als Richtschnur dafür gab er die in den USA und Schweden üblichen Laufzeiten von bis zu 60 Jahren an. Die Bundesregierung hatte mit der Energiewirtschaft eine Laufzeit von durchschnittlich 32 Jahren vereinbart. Nach dem Vorschlag Bernotats würde das letzte deutsche Atomkraftwerk nicht 2020, sondern 2050 abgeschaltet.

Zugleich forderte der E.ON-Chef ein klares Ausstiegsdatum aus der staatlichen Subventionierung der heimischen Steinkohle. "In Deutschland werden die Zechen wohl niemals mehr Steinkohle zu wettbewerbsfähigen Preisen fördern können", sagte Bernotat. Der Bergbau brauche aber eine klare Zeitvorgabe. Ein zu schneller Ausstieg könnte Zehntausende von Arbeitslosen auf einmal bei den Ämtern anklopfen lassen.