Herausforderung

E.ON-Chef verordnet drastischen Strategiewechsel

Deutschlands größter Energiekonzern E.ON sieht sich mit ungewohnten Herausforderungen konfrontiert und muss wohl dieses Jahr einen erheblichen Gewinneinbruch hinnehmen. Konzernchef Johannes Teyssen hat dem Unternehmen deshalb einen drastischen Strategiewechsel verordnet.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (dapd/red) - Der wachsende Wettbewerb, steigende Steuerbelastungen und zunehmende Umweltauflagen werden nach Einschätzung des Düsseldorfer Energieriesen in diesem Jahr für deutliche Ergebniseinbußen sorgen. Unter dem Strich könnte das Ergebnis um bis zu ein Drittel sinken.

Ausweitung des Geschäfts auf Wachstumsmärkte

Beschränkte sich der Konzern bislang in seinem Geschäft im Wesentlichen auf Europa, so will Teyssen künftig Wachstumschancen in den Boomregionen Asiens oder Südamerikas nutzen. Bereits 2015 will der Düsseldorfer Konzern 25 Prozent seines Ergebnisses in den Wachstumsmärkten außerhalb Europas erwirtschaften, bisher sind es gerade einmal fünf Prozent.

Verkäufe für Expansionspläne

Teyssen drückt aufs Tempo. Um das nötige Geld für die Expansionspläne freizusetzen, hat E.ON allein in den vergangenen vier Monaten Unternehmensteile im Wert von fast neun Milliarden Euro verkauft. Weitere Desinvestitionen im Umfang von sechs Milliarden Euro sollen folgen. Der Konzern zieht sich dabei vor allem aus regulierten Märkten zurück und verkaufte unter anderem das italienische Gas- und das britische Stromversorgungsnetz.

Sein Ziel sei es, E.ON "von einem primär europäischen Energieversorger zu einem zunehmend globalen, spezialisierten Anbieter von Energielösungen" zu verwandeln, sagte Teyssen am Mittwoch in Düsseldorf.