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E.ON-Chef fordert lückenlose Aufklärung der Störfälle

E.ON-Vorstandschef Wulf Bernotat hat Vattenfall für die Informationspolitik und das Krisenmanagement nach den Störfällen in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel kritisiert. Diese Vorfälle seien "sehr ärgerlich, weil sie ein generell falsches Licht auf die Kernkraft werfen", sagte er dem Magazin "Stern".

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Der E.ON-Chef forderte: "Alles muss jetzt lückenlos aufgeklärt werden." Der Düsseldorfer Konzern sei dazu mit Vattenfall in "sehr intensiven" und "auch sehr ernsten Gesprächen". Nach allem, was E.ON bisher wisse, habe aber zu keiner Zeit ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko bestanden, sagte Bernotat. Er rate "dringend zu schneller, klarer und offener Kommunikation".

E.ON ist Miteigentümer der beiden Kernkraftwerke, die von Vattenfall betrieben werden.

Scharfe Angriffe richtete der E.ON-Chef gegen die Energiepolitik der Bundesregierung, die einen "Einstieg in eine ökologische Planwirtschaft" vorhabe. Indirekt warf Bernotat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Unredlichkeit vor. Die Kanzlerin habe auf dem Energiegipfel angekündigt, dass die Bürger künftig von ihren verfügbaren Einkommen mehr für Energie und weniger für Urlaubsreisen ausgeben müssten. "Das sollte man dann aber bitte auch öffentlich sagen." Es wäre redlich, "wenn die Regierung den Bürgern endlich laut und deutlich sagt, welche Anstrengungen und Kosten auf sie zukommen."