Staat mit Hauptverantwortung

E.ON-Chef Bernotat nennt Strompreise vergleichsweise moderat

Nach Ansicht von E.ON-Chef Wulf Bernotat ist das Strompreisniveau in Deutschland "durchaus moderat". Während die Benzinpreise allein seit Januar um fast zehn Prozent und die Heizölpreise sogar um 20 Prozent gestiegen seien, habe sich Strom lediglich um 0,7 Prozent verteuert, sagte Bernotat der Zeitung "Die Welt".

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Berlin (ddp/sm) - Das Strompreisniveau in Deutschland ist nach Ansicht von E.ON-Chef Wulf Bernotat im Vergleich zu anderen Energiepreisen "durchaus moderat". Während die Benzinpreise allein seit Januar um fast zehn Prozent und die Heizölpreise sogar um 20 Prozent gestiegen seien, habe sich Strom lediglich um 0,7 Prozent verteuert, sagte Bernotat im Interview mit der Zeitung "Die Welt" (Freitagausgabe). Wenn Versorger jetzt die Preise zwischen vier und sechs Prozent anheben wollten, habe dies nichts mit "Preistreiberei" zu tun.

Auch die Gewinnsteigerungen der Stromkonzerne könnten nicht als Begründung für den Unmut in der Öffentlichkeit herhalten, führte Bernotat aus. E.ON habe beispielsweise seine höchsten Zuwächse nicht in Deutschland, sondern im Ausland erzielt. Der Konzern sei mittlerweile in 21 Ländern aktiv. Außerdem seien bis Ende 2002 die Kosten im Konzern um 2,5 Milliarden Euro gesenkt worden und bis 2006 werde eine weitere Milliarde Euro hinzu kommen. In hohem Maße hätten damit die Management-Leistungen in allen Konzernbereichen zu besseren Ergebnissen geführt.

Bernotat warf erneut dem Staat vor, er trage eine Hauptverantwortung für steigende Strompreise. Die Ökosteuer sowie die Förderung erneuerbarer Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung hätten diesen 1998 noch geringen Anteil beim Industriestrompreis auf 15 Prozent getrieben. Bei den Haushaltskunden seien es sogar 41 Prozent.