Steigende Preise erwartet

E.ON-Chef Bernotat hält Strom für "eigentlich zu billig"

E.ON-Chef Wulf Bernotat rechnet aufgrund des steigenden Energiebedarfs künftig mit höheren Strompreisen und meint, "für das, was Strom an Lebensqualität bietet, ist Strom eigentlich zu billig, wenn wir ehrlich sind". Scharfe Kritik dazu kommt vom hessischen Wirtschaftsminister Rhiel.

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Hamburg (ddp/sm) - Die Zeiten billiger Energie seien wahrscheinlich vorbei: Der weltweite Bedarf steige deutlich, während das Angebot nicht entsprechend mitwachse. "Deshalb werden die Preise längerfristig weiter steigen. Das gilt für Öl, Gas, Kohle und damit auch für Strom", betonte er. Die Kosten für den Klimaschutz verteuerten Energie zusätzlich, sagte Bernotat der "Bild"-Zeitung (Freitagausgabe).

Riehl: Zu teuer statt zu billig

Rhiel widersprach dem E.ON-Manager: "Strom ist nicht zu billig, sondern zu teuer." Hohe Energiepreise schmälerten das private Konsumpotenzial und benachteiligen den Produktionsstandort Deutschland, sagte der Minister. "Herr Bernotat verhöhnt Verbraucher und energieintensive Unternehmen, wenn er noch höhere Gewinne mit Strom machen will", sagte Rhiel.

Der Staat solle für niedrigere Strompreise sorgen, forderte der hessische Politiker. Die Stromsteuer müsse von zwei auf einen Cent pro Kilowattstunde halbiert werden, sagte er. Dadurch könne ein Durchschnittshaushalt jährlich 40 Euro einsparen. Durch die zusätzlichen Einnahmen aus dem Verkauf von Emissionsrechten sei diese Steuersenkung im Bundeshaushalt leicht zu verkraften.

Der Düsseldorfer Energiekonzern habe in diesem Jahr bereits 60.000 Kunden an Billiganbieter verloren, im gleichen Zeitraum habe das Unternehmen aber mit der eigenen Billigmarke "E wie einfach" 138.000 Kunden neu gewonnen, so Bernotat. Das sei ein Beweis, "dass es einen funktionierenden Wettbewerb gibt", sagte der E.ON-Chef dem Blatt.