Importabhängigkeit

E.ON-Chef Bernotat gegen einseitigen Ausbau von Gas im Energiemix

E.ON-Vorstandsvorsitzender Wulf Bernotat hat sich dafür ausgesprochen, dass ein breiter Energiemix auch in Zukunft erhalten bleibt. Ein solcher Energiemix, zu dem auch die Kohle gehöre, sowie eine moderne Energie-Infrastruktur seien der beste Schutz gegen Versorgungsrisiken. Er warnte gleichzeitig vor einer zu starken Importabhängigkeit.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns E.ON, Wulf Bernotat, hat vor einer zu starken Importabhängigkeit Deutschlands von den Erdgas-Förderländern gewarnt. Auch wenn E.ON mit seiner starken Stellung auf dem Gasmarkt von einer stärkeren Gasverstromung profitieren würde, halte er einen einseitigen Ausbau für falsch, sagte Bernotat am Donnerstagabend in Düsseldorf. Vielmehr müsse ein breiter Energiemix auch in Zukunft erhalten bleiben.

Ein solcher Energiemix, zu dem auch die Kohle gehöre, sowie eine moderne Energie-Infrastruktur seien der beste Schutz gegen Versorgungsrisiken, sagte Bernotat. Ein einseitiges Setzen auf Erdgas werde zudem den Gaspreis deutlich steigen lassen. Eine Prognose der EU-Kommission zeige schon jetzt, dass die Importabhängigkeit Europas beim Gas bis 2020 auf 67 Prozent von heute 40 steigen werde.

Bernotat verwies in diesem Zusammenhang noch einmal auf die nötigen Investitionen in die deutsche Stromerzeugung von 30 bis 40 Milliarden Euro bis 2020. Neue Kraftwerkskapazitäten von insgesamt rund 37 000 Megawatt müssten gebaut werden. In welche Technologien E.ON investieren werde, hänge stark von den politischen Entscheidungen der Bundesregierung in den Monaten ab. Das betreffe auch die Regelungen beim Emissionshandel. E.ON selbst habe einen Ersatzbedarf bei Kraftwerken ab 2010.

Im Streit um die Ausgestaltung des künftigen Kohlendioxid-Handels warnte Bernotat vor einer zu knappen Zuteilung von Zertifikaten. Dies wäre ein falsches Signal. Auch sei eine Emissionsreduzierung schon in der ersten Handelsperiode nicht notwendig und würde ein neues System, das sich erst einspielen müsse, gleich überfrachten. Eine weitere drastische Verringerung der auf die Energiewirtschaft entfallenden Kohlendioxid-Emissionen sei außerdem auf Grund des Atomausstiegs kaum möglich.