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E.ON bestätigt Einstieg auf dem russischen Strommarkt (Upd.)

Der Energiekonzern E.ON steigt in den russischen Strommarkt ein. Damit bestätigt das Unternehmen einen Zeitungsbericht vom Mittwoch. Langfristiges Ziel von E.ON sei es, eine starke Position in den wachstumsintensiven Industrieregionen Ural, Westsibirien, Wolga und Zentralrussland aufzubauen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Mit dem russischen Energieunternehmen STS im westsibirischen Tjumen sei ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet worden, teilte der DAX-Konzern am Donnerstag mit. Beide Mutterkonzerne halten jeweils 50 Prozent an der Gesellschaft mit dem Namen "E.ON-STS Energia".

STS verfügt den Angaben zufolge über mehrere Beteiligungen in der Stromerzeugung und -verteilung. In der Region Westsibirien versorge STS rund 1,1 Millionen Strom- und Gaskunden. STS wolle eigene Kraftwerkskapazitäten in das neue Gemeinschaftsunternehmen einbringen.

Zum weiteren Ausbau der Marktpräsenz in der Region will sich E.ON-STS Energia an der Privatisierung der Erzeugungsgesellschaft TGK-10 beteiligen, wie E.ON weiter mitteilte. Vor dem angestrebten Erwerb einer Mehrheit an TGK-10 soll ein Teil der Erzeugungskapazitäten von STS in das gemeinsame Unternehmen eingebracht werden.

Inwieweit sich E.ON alleine oder über das neue Gemeinschaftsunternehmen auch noch an weiteren Privatisierungsschritten in Russland beteiligen will, blieb am Donnerstag zunächst offen. Russland will im Zuge der geplanten Marktliberalisierung einen weitgehend freien Handel mit Strom am Großhandelsmarkt durchsetzen und außerdem 20 Groß- und Heizkraftwerksgesellschaften zur Privatisierung ausschreiben.

Früheren Berichten zufolge will sich E.ON unter anderem auch am 6. Juni an einer Auktion beteiligen, bei der 25,03 Prozent an der Gesellschaft OGK-5 versteigert werden. Die Auktion beginnt russischen Presseberichten zufolge mit einem Anfangspreis von umgerechnet 704 Millionen Euro.

Mit einem Wachstum von fünf bis sechs Prozent jährlich gehöre Russland zu den größten und wachstumsstärksten Strommärkten Europas, hieß es in der Mitteilung. Die anstehende Liberalisierung des Stromgroßhandels schaffe attraktive Rahmenbedingungen für Investitionen in die Stromerzeugung.

Den Investitionsbedarf der russischen Stromwirtschaft für die nächsten 15 Jahre bezifferte der Versorger auf über 20 Milliarden Dollar (14,8 Milliarden Euro) jährlich.