Schluss

E.ON beantragt Stilllegung von AKW Stade

Im zweiten Halbjahr 2003 will E.ON sein Atomkraftwerk Stade abschalten. Einen entsprechenden Antrag hat das Unternehmen dem niedersächsischen Umweltministerium bereits vorgelegt. Der Abbau dauert dann zehn bis zwölf Jahre.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Das Niedersächsische Umweltministerium hat gestern den Antrag der E.ON Kernkraft zur Stilllegung und den ersten von insgesamt fünf Schritten zum Abbau des Atomkraftwerks Stade erhalten. "Ich begrüße den Antrag der E.ON sehr. Jetzt ist offiziell klar, Stade wird in zwei Jahren abgeschaltet", erklärte der Niedersächsische Umweltminister Wolfgang Jüttner dazu in Hannover. Abschaltungstermin ist demnach das zweite Halbjahr 2003.

Das Umweltministerium geht dabei von einem von etwa zehn bis zwölf Jahren dauernden Prozess aus. Stade, das seit Januar 1972 Strom produziert, ist dabei das erste Atomkraftwerk in Niedersachsen, das nach dem Energiekonsens vom Netz gehen wird. Stilllegung und Rückbau der Anlage bedürfen nach dem Atomgesetz der Genehmigung und unterliegen der atomrechtlichen Aufsicht. Dazu wird ein Genehmigungsverfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit sowie eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt. E.ON verfolgt dabei den so genannten "direkten Rückbau" der Anlage, d.h. den Abbau zum frühestmöglichen Zeitpunkt nach der endgültigen Abschaltung.

Insgesamt sind dafür fünf Rückbauphasen vorgesehen, vier davon auf der Grundlage atomrechtlicher Genehmigungen. Während der ersten vier Phasen sollen alle kontaminierten und aktivierten Anlagenteile abgebaut und entsorgt werden. In der vierten Phase sollen zusätzlich die Gebäude leergeräumt und die Kontaminationsfreiheit von Gebäuden und Gelände nachgewiesen werden. Der Abriss der restlichen Gebäude soll dann in einer fünften Phase erfolgen. Bis ein Endlager für radioaktive Abfälle zur Verfügung steht, soll am Standort der Anlage ein Lager für radioaktive Betriebsabfälle und solche aus dem Rückbau (etwa zwei bis drei Prozent des gesamten Rückbaumaterials) errichtet und betrieben werden. Beantragt sind hierfür höchstens 40 Jahre ab Beginn des Einlagerungsbetriebes.

"Das Niedersächsische Umweltministerium wird dafür sorgen, dass alle Anforderungen der Sicherheit und des Strahlenschutzes gewahrt bleiben und auch die sozialen Aspekte angemessen berücksichtigt werden", versprach Minister Jüttner.