Standort festgelegt

E.ON baut modernes Steinkohlekraftwerk in Wilhelmshaven

E.ON will sein geplantes neues Steinkohlekraftwerk in Wilhelmshaven bauen. Der Konzern hatte den Bau eines neues Kraftwerks bereits im vergangenen Oktober angekündigt, der Standort war zunächst unklar gewesen. Ministerpräsident Wulff spricht von einem "Quantensprung" der Kraftwerkstechnik.

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München/Wilhelmshaven/Hannover (ddp.djn/ddp-nrd/sm) - Der Küstenstandort Wilhelmshaven sei besonders gut geeignet, weil die nötigen Kühlwassermengen jederzeit aus der Nordsee entnommen werden und zum anderen große Seeschiffe die Importkohle direkt anliefern könnten, teilte die zuständige Tochter E.ON Energie mit. Der Bau des Kraftwerks in Wilhelmshaven soll den Angaben zufolge 2010 beginnen. 2014 solle die Anlage mit einer Leistung von 500 Megawatt in Betrieb gehen. Das Projekt koste rund eine Milliarde Euro.

Das neue Kraftwerk soll laut E.ON einen Wirkungsgrad von über 50 Prozent bekommen. Derzeit liege der durchschnittliche Wirkungsgrad von Kohlekraftwerken in Europa bei rund 36 Prozent. Um die angestrebte Effizienz zu erreichen, will E.ON nach eigenen Angaben neue Werkstoffe nutzen, die bereits im Kraftwerk Scholven in Gelsenkirchen getestet wurden. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten seien allerdings noch nicht abgeschlossen, hieß es.

Wulff: Weltweit modernstes Kohlekraftwerk

Nach Einschätzung von niedersächsischen Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) stellt das geplante Kraftwerk einen "Quantensprung in der Kraftwerkstechnik" dar. In Zukunft werde das weltweit modernste Kohlekraftwerk in Niedersachsen stehen, so Wulff.

Künftig werde man über Kohlekraftwerke sprechen, die weitaus weniger Kohlendioxid emittierten als heute. Damit werde zugleich bezahlbare Energie mit hoher Versorgungssicherheit für Betriebe und Verbraucher gesichert, sagte der Ministerpräsident. Von dem Investitionsvolumen von rund einer Milliarde Euro werde ein wichtiger Impuls für die regionale Wirtschaft in Wilhelmshaven ausgehen. Die Logistik und der tideunabhängige Zugang zum Meer hätten E.ON. von dem Standort überzeugt.